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6,[1] (1891) A. Des Hauses Jung-Helpte (auch dänischen Astes, insbesondere des Hauses Kittendorf) neueste Geschichte, von etwa 1700 bis zur Gegenwart ; B. Rückblick
Entstehung
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Jüngeres Hans Helpte. 125

hierin, wenn nicht eine völlige Verwechselung, doch mindestenseine Verwirrung der Nachrichten mit denen anzunehmen,welche eine verehelichte v. Rieben, geborene und kinderlosverstorbene Dame v. Oertzen aus Lübbersdorf - Kittendorfzum Gegenstande haben-

Doch kommen wir auf das Factum, welches solche Vor-gänge erst möglich machte: das Ableben der Gräfin v. Callen-berg, geb- v. Oertzen, und zugleich den ihr vorhergehendenTod ihres Gatten. Ucbereinstimmcnd berichtet sowohl, wasin Golmitz schriftlich über den Vorfall vorhanden ist, wieandere (litterarische) Angaben, er sei im Jahre 1795 ver-blichen. Da schon 10 Jahre vorher seine einzige Tochteran Graf Pückler vermählt und gleich (1786) mit ihm beerbtworden war, so mochte seine Wittwe Muskau nicht mehr alsden richtigen Platz für sich ansehen') und hat sich demnach,dem Beispiel ihrer verstorbenen Mutter folgend, Golmitz alsRuhesitz ausersehen. Denn sie muß dort die bei Weitemlängste Zeit ihres 20 Jahre währenden Wittwenstandeszugebracht haben, obwohl nur wenige Zeugnisse ihrer Thä-tigkeit offenbar sind gewiß zumeist in Folge des Ein-flusses der Kriegswirren, welche von 1806 ab gerade dieseGegend zuerst und sehr schwer betrafen. Nur daß sie 1801(April 17.) einen Kauf-Contract mit einer Wittwe Müllerabschloß, wird berichtet; bei Nichterwähnung des Gegenstandes

') Zu der geistigen Verwandtschaft, eine gemeinsame Reiselust undFreude am Ausländischen, bei der Generalin v. Oertzen und ihremStief-Enkel Fürsten Pückler bietet das Golmitzer Kirchenbuch merk-würdige Belege. Mitte der 70er Jahre getraut, stammten sowohlKammerdiener wie Kammerfrau der v. Oertzen aus London, v. Pücklerbildete, nachdem er die Freiheitskriege mitgemacht hatte (er brachte eszum Generalmajor), seine Vorliebe für landschaftliche Gärtnerei eben-falls in England aus, wohin denn wohl ehemals die Generalin v. Oertzengelegentlich ihrer großen Reisen nach Westdeutschland mag gelangtsein. Auch nach entgegengesetzter Richtung läßt sich ihre kosmopolitischeNeigung verfolgen. 1810 wurde der noch heute bestehende Ortskirchhofvon Golmitz eingeweiht bei Gelegenheit der Beerdigung eines Russen,Fedor mit Namen, der früher im (Preußischen) Regiments Wunschgedient hatte, dann gleichfalls Kammerdiener der Generalin gewesenwar, die er also 15 Jahre überlebte. Wie die Generalin ihre Wohl-thätigkeit auf die Tochter vererbte, zeigt wenigstens rücksichtlich ganzentfernter Verwandten ihre Theilnahme für die Militärs v. Oertzenaus dem verarmten Hause Barsdorf (Bd. IV., K 331). Sie warenihr schon durch den Garnisons-Aufenthalt im nahen Prenzlan empfohlen.