Stargardische Linie.
vielleicht mit dem Herzoge Christoph, während sein jüngsterBruder Mathias in Schlesien war. Er selbst sagt in einemundatirten Zeugenverhörc gegen das Ende seines Lebens: „er„sei zu Helptc erbgesessen und 6t) Jahre alt; er sei zu der„Zeit, als die Herzoge Johann Albrecht und Ulrich in Neu-„brandenbnrg gewesen, zu der Zeit als sein Bruder Mathias„in Schlesien sich aufgehalten, in Liesland gewesen".
Lippold v. Oertzen hat dadurch Wichtigkeit für die star-gardische Linie der Familie v. Oertzen, daß er der Stamm-halter der stargardischen Linie ward, indem außer seinenSöhnen alle andern Söhne der Linie in den schlimmstenJahren deS dreißigjährigen Krieges zurückkamen und ohnemännliche Leibescrbcn umkamen, und er daS Gut Hclptezusammenhielt, daher die stargardische Linie auch noch dieHelpter Linie genannt wird.
Lippold's Vater Jacob hatte im I. 1545 das Gut Helptef ür die stargardische Linie erworben und es lange Zeit mitseinem ältesten Sohne Heinrich bewirthschaftet. Kurz vorseinem Tode setzte der Vater selbst am 28. Mai 1572 seineSöhne über ihr Erbe auseinander, so daß von diesen Heinrich,Caspar und Lippold die väterlichen Güter annahmen, Hansund Mathias aber mit Geld abgefunden wurden. Der Vaterstarb noch in demselben Jahre 1572 und im April 1575baten alle seine Söhne um Belehnung. Darauf setzten sichdie drei Söhne, welche die Güter erhalten hatten, unter sichauseinander. Nach den Folgen zu urtheilen, erhielt Caspardas Gut Grammertin mit Zubehörungcn, welches auch ansseine männliche Erben überging (vgl. ß. 194) und von diesenvon der Familie gebracht ward. Helpte aber ward vonHeinrich und Lippold bewohnt. Beide ordneten nun ihreWohnsitze; Lippold bauete seinen Hof zu Helpte ganz neu auf.Der Vertrag zwischen beiden Brüdern war aber nicht gut,denn im Januar 1577 würd gesagt, daß Heinrich ungefähr 2Jahre lang mit seinem Bruder Lippold in Irrungen gestanden habe.
Lippold'ö Leben auf Hclpte war sehr schwierig und be-wegt; vielleicht war er auch von heftigem Charakter. Schon