Druckschrift 
3 (1866) Vom Jahre 1600 bis zum Jahre 1725
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

208

Meklenburgische Linie.

5.

Sophie.

geb. 1613 f 1673.

Gem. Heidenrich v. Bibow.s1633)1673.Z. 185. 0. XIII.

Die zweite Tochter Sivert's V. v. Oertzcn war Sophie,welche im I. >613 geboren war und an Heidenrich v. Bibowauf Westenbrügge vermählt ward. Sie hatte ihren Vornamenvon ihrer mütterlichen Großmutter Sophie v. Sperling vonRüting, Gemahlin des Landraths Henneke v. Reventlow. DasGut Westenbrügge gehörte im Anfange des 16. Jahrh, demHardenack v. Bibow, welcher stark verschuldet war und Antonn 1615 das Gut mit den Pertinenzen Alt-Earin undDannebort dem Jaspar II. ans Roggow für 17,666 Guldenzu Pfande setzte; vgl. oben H. 143, S. 9 und H. 144, Ursula.Diese Forderung ging nach Jaspars Tode auf seinen SohnSivert V. und dessen Erben über. Hardenack hinterließ dasGut seinem Sohne Heidenrich v. Bibow, welcher seit demI. 1633 genannt wird. Im L. 1634 war er einangehender HauSwirth" und in Bedrängniß, da er das Gut mit vielenväterlichen Schulden beschwert überkommen hatte. Bald dar-auf heirathete er und schien dadurch seine Lage verbessern zukönnen; im I. 1636 war er schon verheirathet. Alsbaldbrachen aber die schrecklichen Jahre 1637 und 38 herein,welche ihn fast gänzlich ins Verderben stürzten. Im I. 1638starb SophienS Vater an der Pest, und mancher ihrer nähernVerwandten, und sie verlor dadurch ihre Hauptstütze, da ihrewenn auch sehr thätige Mutter bei großer Familie mit eigenenSorgen viel zu kämpfen hatte. Am 28. Juni 1641 klagteSophie v. Oertzen, Heidenrich's v. Bibow eheliche Hausfrau",daß ihres Ehejunkers Gut Westenbrttgge auf das Aeußersteruinirt sei; Geld war nicht zu haben; ein Wismarscher Bürger Johann Eickhorst hatte ihr in ihren höchsten Nöthen aufihr hochfleißiges Bitten aus christlicher bewegender Herzcondolenz zur Anschaffung von Saat- und Brotkorn und Zugviehdie geringe Summe von 256 Thalern geliehen, wofür sie ihm