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3 (1866) Vom Jahre 1600 bis zum Jahre 1725
Entstehung
Seite
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Haus Gerdeshagen. 189

denken war, und lieh von Stockmann noch 400 Gulden dazu.Es ist diese Schuld aber wohl nie bezahlt, da die Stockmann-schen Erben noch nach dem I. 1665 vergeblich klagen und indem ausgebrochenen Concurse endlich schweigen.

Da Jaspar in Rostock so rühmliche Fortschritte gemachthatte, so wandten es die Aeltern trotz der schlimmen Zeitendoch daran, ihn ins Ausland zu senden, und hiedurch wardsein Leben erhalten. Sie schickten ihn daher nach England aufdie Universität Oxfort und nach Frankreich, wo er sich nichtallein in den Wissenschaften, sondern auch in den Hofsittenauszubilden bemühte. Es wird den Aeltern schwer gewordensein, den Sohn im Auslande mit großen Kosten zu erhalten,da die Mutter aus ihrem mütterlichen Erbtheil die Kostenbestreiken mußte. In dem Verzeichnisse ihrer Forderungenführt sie im I. 1640 auch ans: ,.480 Fl. ans der seligenMutter Erbschaft, gleich meinen beiden Schwestern bekom-men, so meinem Sohne Jaspar sind nachgesandt worden",und250 Fl. aus der seligen Mutter Erbschaft, ebenmäßigmeinem Sohne Jaspar nachgesandt". Er blieb in Englandund Frankreich einige Jahre und lernte hier nicht allein zurlateinischen Sprache auch die englische und französische reden,sondern studirte auch fleißig Philosophie, Geschichte und Rechts-wissenschaft. Um sich auch in den Waffen auszubilden, ginger darauf nach Holland in die Dienste des StatthaltersPrinzen Heinrich Friedrich von Oranien,welcher für denberühmtesten General ist gehalten worden", und trat in dessenLeibgarde ein. Nachdem er hier einige Zeit gedient hatte, starbsein Vater in dem trüben Jahre am 8. Aug. 1638 an derherrschenden Pest. Am 12. Juli 1639 mnthete seine MutterAnnna Valentin«, geb. v. Reventlow, für ihre beiden SöhneJaspar und Henning, welche noch minderjährig waren, alsalleinige Vormündern! die väterlichen Lehen. Ans die Nach-richt von des Vaters Tode kehrte Jaspar in die Heimathzurück, fand aber die Güter so vollständig verwüstet, daß erwohl einsehen mußte, daß seines Bleibens in Meklenburg nichtsein konnte. Er suchte daher auf Rath seiner Mutter infremden Landen einen Dienst zu gewinnen. Er ging also an