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3 (1866) Vom Jahre 1600 bis zum Jahre 1725
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Meklenburgische Linie.

Oertzen den Peccatel u?it einem Dolche in den Kopf gestoßen;die Spitze des Dolches war aber abgebrochen und in demSchädel stecken geblieben. Die Aerzte konnten erst nach dreiTagen mit großer Blühe die Dolchspitze aus dein Schädelziehen; aber am fünften Tage traten Zuckungen und Gchirn-lähmungen ein, durch welche er am siebenten Tage verschied.Die mcdicinische Facultät gab das Erachten, daß die Wundeweder einfach tödtlich, noch heilbar sei. Der Herzog ließ denThäter und die Verwandten des Getödteten auf den 3. Sept.1610 nach Güstrow fordern; aber der Vaterbrnder des Ge-tödteten, ClauS v. Peccatel, bat den Kammerrath SamuelBehr auf Hugelstorf, zuvor alle Freundschaft bei sich zu sehen,um ihnen mit seinein reifen Rathe beiständig zu sein. OhneZweifel sahen alle ein, daß kein eigentlicher Mord stattgefun-den habe, und suchten die Sache friedlich beizulegen. Sivertv. Ocrtzeu ward auch mit der gefäuglichen Haft verschont, danach einer im Privatbesitze aufgefundenen gleichzeitigen SchriftHanS v. Negcudank auf Eggerödorf, David v. Reventlow aufGnemern, Johann und Paul v. Vieregge auf Weitendorf,Wilhelm v. Warustcdt auf Vogelsaug, Jürgen v. Oertzen aufClauSdorf, Valentin v. Plesseu auf Hoikeudorf, Barthold undJoachim Brüder v. d. Lühe auf Panzow und Haus Valentinv. Vieregge auf vlrankow sich unter Verwillkührung der per-sönlichen Stellung am 17. Nov. 1610 mit herzoglicher Be-willigung für ihn verbürgten. Die Verfolgung der Sachezog.sich aber lauge hin und verlief ohne Folgen auf Sivertsäußerliches Leben. Es ward allerdings bei dem Hofgerichteein siöcalischer Crimiual-Proceß wegen Todtschlages anhängiggemacht. Im I. 1615 ward daneben über die gütliche Bei-legung verhandelt. Die Sache war aber schwierig, da diemeisten Aerzte den Stich nicht für tödtlich hielten. Am 3.Sept. 1618 ward durch ein von Tübingen eingeholtes Urtheildie Sache dadurch entschieden, daß Sivert v. Oertzenwegenbegangener Mißhandlung" in 600 Thaler Strafe und in dieProceßkostcn vcrurtheilt und die Sache damit beendet ward.

Im I. 1611 vermählte sichSivert von Oertzen aufGerdeöhageu, Roggow und Gorow mit Anna Valentin«