36 Mcklenburgische Linie.
forderte daher 1655 —1656 wiederholt die Relnirnng desGutes durch sel. Jürgen v. Blücher's Wittwe, MargaretheMaltzan, und Erben gegen Auszahlung ihrer Capitalfordc-ruug und Erstattung der „verwandten Ban- und Besserungs-kosten", jedoch vergebens. Nach dem Tode des Herzogs AdolphFriedrich muthete sie am 16. Febr. 1659 das Lehn von Kl.Rensow. Am 29. Mai 1665 cedirte Abel aber das Gut undihre Rechte an demselben an Barthold Hans v. Lützow aufPerlin für 7166 Gulden und Erstattung der erweislichenBesserungen, und am 29. Nov. 1676 ward diese Abtretunglehnsherrlich bestätigt; v. Lützow verpachtete den Hof undbauete die Banerhäuser mit großen Kosten wieder ans undbesetzte sie wieder mit Bauern.
Abel v. Oertzen erreichte ein im seltenen Grade hohesAlter. Sicher lebte sie noch am 29. Nov. 1676 bei der Be-stätigung des Verkaufes von Kl. Rensow. In der Leichenredeauf ihren ältesten Sohn Daniel v. Plesscn auf Hoikendorf,welcher am 8. März 1672 starb und am 25. Sept. 1572zu Hohenkirchen beigesetzt ward, wird Folgendes berichtet:
„Seine hertzgeliebte Seel. Fraw Mutter ist gc-„wesen die Weiland Wolgeborne und Tugendbegabte„Fraw Abel von Oertzen, von welcher verständi-gen und Gottseligen Matron gestriges tages der„länge nach erwehnung geschehen, achtet man daw„nenhero überflüßig zu wiederholen, daß sie ihres iu„die 96 Jahr Christlich geführten Wandels halben„bey männiglichen, so sie gekandt, ein gutes Gedächtniß„hinterlassen".
Leider ist diese gewiß sehr merkwürdige Gcdächtnißrcdenicht mehr erhalten. Aus den angeführten Worten, welchedie einzige bestimmte Nachricht über ihr hohes Alter geben,möchte man aber schließen, daß sie nach ihrem Sohne Danielgestorben und am 24. Sept. 1672 beigesetzt worden sei. Soviel wird gewiß sein, daß sie erst ungefähr um diese Zeit starb,da alle ihre Lebensumstände ungefähr mit der Berechnung nachihrem Alter von 96 Jahren übereinstimmen, wenn man ihrenTod in das Jahr 1672 setzt. Abel v. Oertzen war gewiß