Hans Roggow.
59
stein genannt, mit deren Familie das Geschlecht der v. Oertzenseit mehreren Geschlechtern dielfach verwandt war.
Auch des Herzogs Heinrich erste Gemahlin Ursula vonBrandenburg war ungefähr um dieselbe Zeit am 18. Sept.1510 gestorben; der Herzog vermählte sich am 12. Junii 1513zum zweiten Male.
In den Jahren 1512 und 1513 wurden viele großeFürstenfeste gefeiert, welche zu den berühmtesten des 10. Jahr-hunderts gehören und an denen auch die Brüder Jaspar undLippold v. Oertzen mit ihren Frauen mit glänzenden ErfolgenTheil nahmen.
Zu Fastnacht (24. Febr.) des I. 1512 hielt der KurfürstJoachim I. von Brandenburg, nachdem er sich mit dem Her-zoge Heinrich von Meklenburg „eines geselligen und ritterlichenwelischen Turniers vereinigt" hatte, ein großes Turnier zuNeu»Rnppin „mit andern vielen Herren und Fürsten, mit„allem Frauenzimmer und Hofgesinde, und haben daselbst ge-stochen und gebrochen und tnrnirt mit großer Freude und„Fröhlichkeit". Auch die herzoglichen Brüder Heinrich undAlbrecht nahmen Theil au diesem Feste mit einer großen An-zahl von Edelleuten und Hofleuten (vgl. Lisch, Maltzan. Urk.IV, S. 409 flgd.) An diesem Turnier nahm auch Jaspar v-Oertzen Theil; von seinem Bruder Lippold ist nirgends dieRede, da dieser wahrscheinlich durch die Trauer über den Todseiner ersten Gemahlin zu Hause gehalten ward. Der glän-zende Zug ging von Schwerin über Crivitz (20. Febr.), Plan(21. Febr.) und Witstock (22. Febr.) nach Rnppin (23. Febr.),wo die Feste bis zum 27. Febr. dauerten und die Gesellschaftsich am 28. Febr. trennte; die Meklenburger zogen über Wit-stock, Plau und Lübz wieder in die Heimath. Jaspar v. Oertzenbethciligte sich an dem Zuge mit 5 Pferden. Nach dem nochvorhandenen Turuierzettel sEEEXl .VIIIs, einer für Meklenburgsehr seltenen Urkunde, waren in dem „meklenburgischen Tur-nier" 6 Paare, und unter diesen 12 Turnier ern auch Jasparv. Oertzen, welcher anscheinend mit dem Hofmarschall JoachimHahn auf Basedow turnierte (vgl. Lisch, Gesch des GeschlechtsHahn, III, S. 141).