Material vorhanden nnd das Wenige zn sehr zerstreut, alsdaß sie es in ihrer Stellung außerhalb der Archive hätten zu-sammenbringen können, theils standen ihnen zn wenig Vor-arbeiten zn Gebote. Die Hauptqucllen v. Gamms sind,außer dem, was zn seiner Zeit schlecht gedruckt war, und außerwenigen handschriftlichen Familicnnachrichte», namentlich dieLeichenreden, ans deren Ahnentafeln er mit großem Fleiß undGeschick die Stammbänme für einige Jahrhunderte zusammen-gesetzt hat. Dies ist aber doch zn wenig, um einen geschicht-lichen Uebcrblick zn gewinnen, und reicht lange nicht weit genughinauf; es blieb ihm also oft nichts weiter übrig, als auf demWege der Vermuthung die Stammbänme auszuführen. Wasich in dem vorliegenden Theile als Thalsachen gebe, ist sicherund ans urkundlichen Quellen geschöpft. Wo ich also vonv. Gamm und v. Oertzcn abweiche, ohne dies zu erwähnen,da habe ich die Archiv-Quellen vor mir gehabt, deren Inhaltich jedesmal gewissenhaft mitgetheilt habe; eine kritische Be-handlung nnd Berichtigung aller einzelnen frühern Angabenwürde viel zn weit geführt haben.
In dem vorliegenden Bande gebe ich nun die ganzeältere Geschichte des Geschlechts vollständig. Die Geschichtealler anögestorbencn Linien habe ich bis zu ihrem Aus-stcrben vollständig bearbeitet, so daß nur die neuere Ge-schichte der noch blühenden Linie übrig geblieben ist. DieGeschichte der noch blühenden beiden Hauptlinien, der soge-nannten roggower Linie im Lande Meklenburg und dersogenannten helpter Linie im Lande Stargard, habeich aberbis zn dem Zeitpunkte hinabgeführt, wo in der zweiteil Hälftedes 16. Jahrhunderts jede dieser beiden Linien ans eineneinzigen Stammhalter beschränkt war, von welchem sichdie Entwickelung des Geschlechts ans ziemlich zahlreichen Actenmit etwas größerer Leichtigkeit wird verfolgen lassen.
Was die Forschungen im ersten Theile betrifft, so mußich dieselben noch jetzt für ziemlich zuverlässig halten. Nachmehr als zehnjährigen Nachforschungen nnd Bedenken kann ichmich nicht entschließen, meine Ansichten über die Urgeschichtedes Geschlechts von Oertzen irgendwie zu ändern, und bin