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Limburg
1. st Limburg. Während etlichen Jahrhunderten blähten imdeutschen Reiche mehrere Geschlechter des Namens L., welche,obwol ihre Namen bis auf einen Buchstaben ganz gleich waren,dennoch wol Alle verschiedenen Ursprung hatten. Zu den vorzüg-lichsten gehörten die Herzoge von L. Ueber ihren Ursprung sinddie Genealogen verschiedener Meinung. Nach der von Hübner,II. Taf. 415, von Lucä, uralt. Fürstensaale, S. 1127, und vonZedier, XVII. 1233, vertretenen Ansicht erbaute Walram I. ,st 1656, ein Sohn des Grafen Karl v. Salm im Ardenner-Walde u. Nachkomme Friedrich's, eines Fürsten an der Mosel,in der achten Generation, die Beste Limburg im Lurembnrg'schcn.Sein Sohn Heinrich I., st 1116, nannte sich zuerst Herzog v. L.und erbte durch seine Gemahlin Adela die Grasschaft Arlon.Mit Walram IV. erlosch dieser Stamm der Herzoge zu L. im I.1282. Wappen: In S. ein r. Löwe mit g. Augen, bl. Zungeund zweifachem Schweif.
2. st Limburg, Grafen zu Limpurg an der Lahn und V .L.-Styrum. Die alten Grafen v. Limburg an der Lahn n. die Grafenv. L.-Styrum sind Eines Stammes. Die einst in dem jezigenWestfalen mächtigen Grafen v. Teusterband, die im 7. und8. Jahrh. vorkommen und nach — freilich unverbürgten Ansichtender Genealogen — von den röm. Ursini herstammen sollen,waren die Stammeltern vieler fürstlichen und gräflichen Häuser,als der Herzoge von Cleve, von Jülich n. Berg, der Fürstenv. d. Mark, v. Wied, v. Altena, v. Nnvenar n. a. m.Graf Adolf's III. v. Altena u. Mark mit Adelheid v. Arcns-ber g erzeugter Sohn Eberhard (lebte um 1166) hatte zwei Söhne,von denen der jüngere die Linie der Grafen v. d. Mark fort-pflanzte. Der ältere, Arnold (richtiger wol Eberhard), nahm vomSchlosse Isenburg an der Ruhr im Kirchspiel Hallingen,das sein Bruder Adolf, Erzbischof zu Köln, erbaut und ihm zuLehen gegeben hatte, den Namen Isenburg an. Sein Sohn,Friedrich Graf zu I., der auch Schirmvogt der Abtei Essen n.Werden war und, statt seine Schuzbcfohlcnen zu schirmen, die-selben oft hart bedrängte, ward bei seinem Oheim, dem ErzbischofEngelbert (?) zu Köln, verklagt, und erhielt von dem strengen,Gerechtigkeit liebenden Fürsten unrecht. Erzürnt hierüber vereinigteer sich mit mehreren Edeln, denen die strenge Gerechtigkeit Engel-berts längst lästig war, überfiel mit diesen den Bischof und er-schlug denselben am 7. März 1225. Friedrich v. I. ward deßhalbzu Nürnberg in Bann und Reichsacht gethan, später gefangenund gerädert und seine Güter eingezogen. Seiner beiden Söhne,Friedrich und Dietrich, nahm sich ihr Vetter Herzog Heinrich IV.zu Limburg an, dessen Schwester oder Tochter ihre Mutter war.Durch seine Verwendung wurde ihnen der größte Theil ihrer Güterzurückgegeben, und da er ihnen an der Lenne ein Schloß erbaute,welches er nach sich Limburg nannte, so nahmen sie von diesemden Namen L. an und entsagten ganz dem geächteten Namen I.Sie theiltcn sich in zwei Linien, von denen die ältere, Höhen-Limburg genannt, 1493 erlosch. Die Grafschaft kam ungeachtetdes Widerspruchs der jüngeren — styrumcr — Linie in andereHäuser und zulezt an die Grafen v. Bentheim-Tecklenburg.Die jüngere Linie hatte um 1289 das Schloß Styrum er-baut und erwarb im Laufe mehrerer Jahrhunderte große Güter,und durch Vcrheurathnng selbst Ansprüche auf Pinneberg, ge-hörend dem Hause Holstein-Schaumburg. Die Grafen
v. L.-Styrum konnten jedoch nur die Annahme dcS Holstein.Wappens und den Titel „Erbe zu Holstein" erlangen. JodokusGraf v. L.-S. hatte drei Söhne, welche um 1676 das Hans indrei Aestc thcilten. Der älteste Ast erlosch mit dem Enkel desStifters, Otto Ernst GcldcriknS, st 1769, da er, vermählt mitEiner von bürgerlichem Stande (mit welcher er drei Söhne undeine Tochter zeugte und von welchen die noch jezt in den Nieder-landen vorkommenden Grafen v. L.-S. abstammen), keine standcs-mäßigcn Erben hinterließ und die Güter dieses Astes ans die beidenandern übergingen. Der mittlere Ast starb 1797 aus, und derdritte, wovon sich der lezte Ncichsgraf dieses Hauses mit SofieCharlotte v. Humbracht am 6. Mai 1783 vermählt hatte,welche Ehe jedoch kinderlos blieb, erlosch am 19. März 1869 zuFrankfurt a/M. (Dipl. Jahrb. für d. preuß. Staat 1341. Abth. 2.S. 58. — v. Zedlitz. — Fahne I. 243. — Kremcr. akad. Beiträge II.,woselbst ein vollständiger Stammbaum. — Gräfl. Tafchcnb. v. >858, wodie Fortseznng des otto-ernst'schen Astes vorkommt ) Stammwappen:In S. einen r. Löwen mit g. Krone. (Hübner II. Taf. 416 —<8.
— Gauhe II. 1126-28. — Hamclmann'ö Samml. n. 16. — Durchs.Welt 1716. II. 696. — Spcncr, hist. insign. Tab. Ig. 488. — SalvcrS. 242. 261. 275. 277. 235. 602. 326. 352. 387. 415. 442. - Lucä, GrasenTab. 73—33. — Biedermann, Grafen n. >3. — Hübner II. Tab. 461.
— Sicbmacher I. 17. n. 6. — v. Meding II. n. 436. — AUgcm. gcncalog.Handb. I. 653. — v. H.)
3. st Limburg. Der Ursprung der Schenken v. L. verliert sichim grauesten Alterthnmc. Die Genealogen, deren einige ihrenUrsprung bald von den Herzogen von Limburg, bald von denHerzogen von Franken ableiten, während andere gar bis zu denZeiten Kaiser Valentinian's hinaufgehen und meinen, dieses Ge-schlecht sei während der Kriege mit den Deutschen im I. 372 nachDeutschland gekommen, sind hierüber der verschiedensten Mei-nung, sowie auch darüber, woher sie den Namen Limburg,Limpurg, haben. Fröschlin, ihr GeschlechtSbcschrcibcr, meint, siehätten den Namen von dem am Haardtgebirgc unweit Schcicr ge-legenen Bencdiktincrklostcr Limburg (dessen Ruinen noch zu sehen),welches früher ihr Stammschloß gewesen sei, und daß sie, nachdemes zum Kloster umgewandelt worden, die Burg Limburg beiHall erbaut hätten, ohne jedoch irgend einen Grund für dieseAnsicht zu haben.
Wahrscheinlicher ist, daß das alte Schloß Limburg bei Hall(Erasmus H. v. L. verkaufte eS im I. 1454 an die Stadt Hall)ihr ursprüngliches Stammschloß gewesen ist. Das Geschlecht theiltesich später in zwei Linien, in die spcckfcld'sche, welche Speck-feld und Gundheim, und in die gaildorfcr, welche Gail-dorf und Schmiedefcld besaß. Der gaildorfcr Ast erloschschon 1696 und der spcckfeld'sche am 19. Aug. 1713 mit GrafVolrath. (Siebmacher I. 19. n. 16. — Griesinger 824. — Job.Harpprechti Oratio de ortn et obitn Eberhard!, Bar. in Limburg. S-R. I- Pincernae sc. Tnbingae, 1624. 4. — v. Hefncr, st schwäb. AdelS. 13. — CrusinS, schwäb. Chronik I. 861.)
Die Reichslehen kamen an Kurbrand enbnrg, die übrigenan Württemberg u. Würzburg, und die Allodialherrschaftenan die Erbtöchter des Hauses. Ein Theil der ehemaligen NeichS-Grafschaft steht unter bayer. Souveränität n. gehört dem gräflichrechtern'scheu Hause. Der Fürst Georg von Löwcnstcin-Wertheim bcsizt die Hälfte von Gollhofcn. Der unterWürttemberg. Hoheit stehende Theil gehört zum Theil derKrone Württemberg, zum Theil Solms - Braunselß,