Druckschrift 
Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
Entstehung
Seite
380
Einzelbild herunterladen
 

380

Konradin's Handschu.

Maria von Bayern auch die Erbfolge des Hauses Wald-burg in Betreff der Ausübung des Erbtruchses-sen-Amtes wegen erwachsener Mißverständnisse regulirenmüssen.

Es scheint urkundlich erwiesen, daß unsere Truch sessen(v> W.) ir Amt zuerst an dem Hofe der Staufer aus-geübt hatten, wenigstens treffen wir sie in der Umgebungdieser schwäbischen Kaiser auf iren Reisen durch's Reich(wie wir denn z. B. oben S. 204 den Heinrich Truchseßbei dem Hoflager des Kaisers Philipp und als Zeugebei dessen Ermordung fanden) wie auf iren Heerzügen nachItalien, wo merkwürdigerweise wieder ein Heinrich Truchseßunter den traurigen Zeugen am Blutgerüste stehen sollte,auf welchem des lezten Staufers, Conrad in, Haupt alsOpfer welscher Tücke gefallen ist. Ihm, dem Truchsessen,so erzält die Chronik, warf der junge Conradin wenigeAugenblicke, bevor er sich niederkniete, um den Todesstreichzu empfangen, seinen Handschu mit dem Siegelringezu und forderte ihn auf, denselben dem Könige Peter vonArragonien zu überbringen mit dieser lezten Bitte: sei-nen Tod zu rächen.

Der Truchseß überbrachte den Handschu dem Königeund bat sich zugleich von diesem die Gnade aus, zur ewigenErinnerung an das traurige Schauspiel, das er mit ange-sehen, das Wappen des Hauses Hohenstaufen, wie esauf dem Siegelringe sich fand, für sich und sein Geschlechtfüren zu dürfen. Seitdem finden sich die drei schwarzenschreitenden Löwen in goldenem Felde als Gedächtniß-Wappen im Schilde der Truchsessen.

So die Kronik oder besser die Sage, die derAntiquarius als solche bei iren Würden läßt; der Kri-