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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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369
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Das Vollgericht. Zgg

nach Westfalen ritt und dort vor dem Freigrafen AlbertSwinde zu Limburg das Vollgericht (Endurteil) ver-langte.

In Gegenwart vieler Freigrafen und 41 Schöffen er-folgte nun die Schlußverhandlung.

Nach nochmaliger Verlesung aller in der Sache bishererlaufenen Briefe, verlangte der Richter, Kaspar solle selbstund mit sechs unbescholtenen und an irer Ere vollkommenenSchöffen durch einen Eid erhärten, daß Herzog Heinrichdie ihm angeschuldigten Untaten wirklich vollbracht habe.

Kaspar trat nun mit 6 Freischöffen Hand in Handvor die Freigrafen und nachdem die Ere und Unbescholten-heit jedes einzelnen konstatirt war, fielen sie alle aufdie Kniee nieder vor der königlichen Gewalt indem heimlichen Gericht und erhärteten mit iren Eiden:daß solche Untat, Unere, Unrecht und Gewalt dem Kasparvon Herzog Heinrich geschehen sei wider Gott, wider Ere,wider Recht und das heilige Reich! (Thiersch, die Verfe-mung Herzog Heinrich's.)

Hierauf erfolgte nun (am 20. Juni 1429) das End-Urteil und Vollgericht:

so Hab' ich Freigraf Albert mit den vorgenanntenFreigrafen, die zu der Zeit mit mir den Stul besessen hat-ten, den obgenannten Heinrich, der sich schreibet Pfalz-graf bei Rhein und Herzog in Bayern von königlicher Ge-walt genommen und vervemt und verurteilt aus der rechtenZal in die unrechte Zal, aus der echten Zal in die unechteZal, aus der obern Zal in die niedere Zal, von allenRechten abgeschieden, und habe ihn gewiesen von den vierElementen, die Gott dem Menschen zum Tröste gegebenhat, daß sein Leichnam nimmer dazu gemengt werden soll,

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