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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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de? Stammschlosses Törring.

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kleider und Schmucksachen der Frau Dorstea vonTörring, einer gebornen v. Frauenhofen selbst zu sich.

Wenn dieß an sich schon eine unfürstliche, dem GeizeHeinrich's aber wol zuzutrauende Tat war, so muß dochnoch zum Ueberfluß als ein Beweis seines rohen und grau-samen Gemütes erwänt werden, daß der Herzog schließlichnoch alle im Schlosse vorfindlichen Jagdhundedes Törringers eigens erschlagen ließ.

Man müßte in Kaspar von Törring einen geschlechts-losen Engel sich vorstellen, wollte man sich glauben machen,er habe bei Betretung einer solchen Brandstätte, bei Ansichtsolchen Graüels nichts gefült als Liebe und Vergebungfür seinen Feind.

Aber Kaspar war weder ein Engel noch trug er einegewönliche Menschenseele in der Brust.

Der Antiquarius überläßt es seinem Leser, das Bildeines Edelmanns sich auszumalen, der bei seiner Heimkernur die rauchenden Trümmer seiner Stammburg wiederfin-det und in dem Graüel ringsumher die Hand des Gewal-tigen erkennt, die ihm einen solchen Anblick bereitete.Es dürfte dieß Bild kein undankbarer Stoff sein für einenKünstler wie für eine poetische Feder.

Wäre Kaspar von Törring nickt eben der gewesen,der er war, so hätten ihn vielleicht die rauchenden Trüm-mer zur Umker gemant. Für Kaspar aber gab es keineUmker. Vielleicht würde ein anderer Mann an Kaspar'sStelle auch zum Mörder an seinem Feinde geworden sein.Nicht so dachte Kaspar. Er wollte nur Reckt, seinRecht und nichts als sein Recht.

Gleichsam aber um den Becher des Hönes, den ihmein tückisches Geschick kredenzte, voll zu machen, mußte