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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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und der bayerische Adel.

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die vertrautesten Freunde desselben vergaffen gewisse Rück-sichten nie, die sie seiner Stellung schuldeten.

Dagegen warte der Adel damals auch noch gewisseRücksichten gegen sich selbst und hielt mit viel Würde undZäigkeit an seinerhergebrachten Freiheit".

Indem Herr Kaspar dem Herzog gegenüber diePrivilegien seines Stammes, insbesondere des Oberst-jägermeister - Amtes aufrecht zu erhalten suchte, vertrater zugleich die Rechte des bayerischen Adels insgesamt, onedaß dadurch ein einmütiges Zusammenhalten des lezterenbedingt gewesen wäre, denn leider gab die Ersarung, daßnicht alle seine Standesgenossen dachten und handelten wieer, ja selbst in seinem eigenen Geschlechte fand erbald, wie sich zeigen wird, Parteigänger seines Gegners desHerzogs.

Es ist nemlich im Menschenleben etwas Absonderlichesum die Consequenz.

Eigentlich consequ ent e L eu te gab und gibt es nurverschwindend wenige.

Die meisten gehen nur bis zu einer gewissen Grenzemit einem Andern, und diese Grenze ist jedesmal genaudiejenige der Gefärdung des eigenen Vorteils.

Ein solcher Mann der Consequenz nun warKaspar von Törring.

Er mußte es an sich selbst crfaren, welche Folgen dieFolgerichtigkeit in der schwankenden Menschheit habe, dennmit und troz der vollkommenen Gesezmässigkeit aller seinerSchritte, mit und troz seines durch und durch erenwertenBenemens brachte er es doch nicht weiter, als daß er zuleztmer und mer vereinzelt, in der Welt nach Recht suchend,