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Kaspar von Törring
wältigen, falls man ihn einmal zum Feinde hatte.Dem Antiquarius scheint deßhalb der Versuch eines neuestenSchriftstellers, „den Moren Heinrich weiß zu waschen",selbst wenn dieser Versuch gelungen wäre, ein überflüssiger.
Heinrich's Gegner, Herr Kaspar v. Törriug läßtsich mit weniger Zeilen karakterisiren, als jener.
Er war ein Edelmann nach allen Erfordernis-sen seiner Zeit.
Er war anhänglich an das Haus seiner Erbfürsten,mit dem seine Vorfaren stets in naher Berürung gestandenwaren. Diese Anhänglichkeit, welche er mit dem übrigenAdel Bayerns teilte, war jedoch noch weit entfernt von derUnterwürfigkeit und Tellerleckerei, wie sie ein Jarhundertspäter bereits unter dem Adel zu spucken begann und wiesie sich ein weiteres Säkulum darauf nahezu vollkommenzum Laguaiendienst ausgebildet hatte, dessen Kultivirunggleich schmeichelnd nach Oben wie hochmütig nach Untenmachte und nach und nach das zur Gnadensache stempelte,was ursprünglich ein Recht war, nemlich das Recht derEdelleute, stets in direktem Verker mit irem Fürsten bleiben,dessen Umgebung suchen oder sie meiden zu können nachGutdünken.
Man darf sich jedoch nicht der Meinung hingeben, alswäre dieser Verker zwischen dem Herzog und dem Edelmanndamals nicht auch au gewisse Formen der Erfurcht unddes aüsserlichen Auslandes gebunden gewesen, wenn dieEtiquette selbst auch noch, nach unfern heutigen Begriffen,in der Kindheit lag. Auch der reichste und angesehensteEdelmann nate sich seinem Fürsten oder sprach mit ihmnicht anders als mit seinem „gnädigsten Herrn" und selbst