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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Karakteristik Herzog

Turme zu Burghauscn hier anzureien, um zu beweisen,daß der Mann seiner Kindheit keine Schande brachte. Eswird aber der Verlauf seines Prozesses mit dem v. Tör-ring dem Leser noch weitere Anhaltspunkte zur Beleuchtungdieses Fürsten bieten.

Um jedoch nicht den Vorwurf der Parteilichkeit auf sichzu laden, will der Antiquarius hier auch das Gute unddas Beste anfügen, was die Zeitgenossen über HerzogHeinrich von Landshut schreiben.

Als dieser Herzog zu mannbaren Jaren kam ward erein guter, friedlicher Fürst, ein ernstlicher g estreng erRichter. Für Raüber und Uebeltäter mocht' NiemandGnad' bei ihm erlangen. Uebcr deßwillen stund sein Landin stetem Frieden. Wann die Kaufleut' oder Andere insein Land kamen, so sprachen sie: Wir sind sicher und be-dürfen keines Geleites mer; zu gleicher Weis' sprachen auchdie Raüber: Laßt uns aus dem Land eilen, denn der Her-zog läßt keinen Raüber leben, man henkt die Wölf' im Landsowol als die Raüber oder Diebe.

Er war demütig gegen männiglich. Er tat Jeder-mann selbst Ausrichtung (gab Jedermann Audienz oder Zu-tritt) und ließ sich's nicht verschmachen, wenn Bauern oderandere zu ihm kamen; wenn man ihm Geld gab, sonam er's und ließ es in den Ermel fallen, dann erallweg meistens kuttete (weite, sackartige) Ermel trug, jaselbst wenn ihm ein Bauer einen Böhmischen (Groschen)gab, den nam er und reichte jedem dafür die Hand. Danner das Geld über die Maß' lieb hatt'.

Wenn er bei Frauen war, so hielt er sich mit garzüchtigen Geberden und Sitten. Desgleichen mußten dann