Auflauf in Landshut.
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„Also wurden irer viele getödtet, geblendetund sonst vertrieben mit Weib und Kindern. Auchließ man Niemand etwas ausfolgen von seinem Hab undGut, es nam der Herzog gar Alles."
Diese skandalöse Geschichte ist von allen älteren bay-erischen Geschichtschreibern beglaubigt und man wird um soweniger an deren Warheit zweifeln, wenn der Antiguariusbeifügt, daß der schon früer (S. 99) genannte UlrichFütrer, ein Bürgersson von LandShut, dieselbe in seinerKronik von Bayern (Ob. Arch. V.) auch erzält, mit einemZusaze, der uns leider vergewissert, daß die Sache nur zurichtig sei. Er fügt nemlich am Schlüsse noch wörtlich bei:
„Es nam der Herzog gar mit Alles, so daß icharmer Ulrich Fütrer mit andern meinen Geschwisterten wolklagen mag, wenn mancher fromme Mann wol weiß, daßdurch seinen (des Herzogs) Unwillen mein Vater seligauch um etlich tausend Gulden Wert kam. Ichmußt' mein Not doch hierin zu Licht bringen, mirwird sonst nichts mer darum."
„Da aber solche Handlung", schreibt ein anderer Kro-nist (v. Freiberg hist. Samml. I.), „dem Fürsten (Heinrich)im OonLiliv zu Konstanz ward fürgehalten, entschuldigter sich dessen und sprach: Ich war noch ein Kind ge-wesen." Dieß war nun allerdings eine wolfeile Ent-schuldigung ! —
Wenn das Sprichwort richtig wäre: „Was eine Nesselwerden soll, brennt bald", so hätte Herzog Heinrich einlerreiches Exempel dazu gegeben, denn man brauchte nurden schon erzälten heimtückischen, nächtlichen Ueberfall gegenseinen Vetter Ludwig und die Einkerkerung desselben im