Druckschrift 
Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

346

Verrat durch eine Frau.

Hut recht leid. So schickten sie inen behende Botschaft, daßsie sich einfinden möchten an bestimmtem Ort und Stunde.

Zu der Zeit machten sie einen Anschlag, daß sie beiNacht alle zu Landshut kamen an die Lände (der Isar), dahalf inen ein Burger, genannt Dietrich Reckel, über dieMauer und in sein Hans. Dort machten sie mit den meistenvom Rat Anschläge, wie sich in den Dingen zu halten.

Nun hatte derselbe Reckel eine Frau, die ward dieserDinge gewar. Sie hatte eine Bulschaft mit einem von desFürsten Edelleuten. Der kam in diesen Geschäften zu sei-ner Hübscherin.

Als sie ires Willens vollbracht hatten, sprach dieFrau zu ihm: Wenn Du mich nicht melden (verraten) woll-test, ich könnte Dir seltsame Dinge weisen!"

Er verhieß ir, nichts davon zu sagen, daraus ir Scha-den kommen möchte.

So fürte sie ihn an die Tür des Zimmers, darindie Männer bei einander saßen und hieß ihn horchen undauch durch das Schlüsselloch einsehen.

Und als er alle Ding erforscht hatt', lief er geschwindzum Hofmeister Jörgen von Aham und zu Sigmund vonApfental (zwei von des Herzogs Räten) und verkündetedenen die Mär'.

Die brachten's schnell auf das Schloß (die Trausniz)und versammelten zur Stunde, was sie von Hofgesind' zu-sammenbringen mochten.

Mit diesen überfielen sie die Bürger in dem Haus.

Da ward ein grauslicher Auflauf. Ein Teil sprangüber die Stadtmauer, ein anderer verbarg sich, wie erbestens mochte.

.B »Mt i . MM, ( ( t . ^ M' -