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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Das Panneramt.

bayerische Pannerherrn zu sein; wieder an einer andernStelle wurde Adain der Torringcr als Turnierkönig aus-gerufen und ein weiteres Gemälde zeigte Erenfried vonTörring auf dem Turnierplaz zwischen zerbrochenen Lan-zen als Sieger über 42 Gegner. Diese Gemälde sollenzwar, wie berichtet wird, mit ungeübtem Pinsel gefertigtgewesen sein, aber dessenungeachtet waren sie gewiß eineschöne Zierde eines törringischen Schlosses."

Gewiß! Nicht das Bild, sondern die Idee der Schöpf-ung verdient Anerkennung und um so größere, als leiderdie Erfarung täglich zeigt, daß man in so manchen altenund vermöglichen Haüsern weit mer Interesse an kräftigenOchsen, wolligen Schafen und maskirten Grooms finde,als an der Geschichte seines Hauses und den Taten seinerAnen. Allerdings: Ochsen, Pferde und Stallknechte sindstumm, aber Bilder und Geschichten könnten doch hie undda eine kleine Ansprache an den Verstand halten und un-willkürlich zu einem Vergleiche auffordern zwischen Sonstund Äezt.

Schon seit unfürdenklichen Zeiten wollten die v. Tör-ring das Recht besessen haben, wo ein Herzog von Bay-ern selbst zu Felde zog, das bayerische Haupt-Pannervoraustragen zu dürfen.

Dieß Recht, so unbedeutend es in den Augen desXIX. Jarhunderts scheinen möchte, war es doch nicht injenen Zeiten, wo Mann gegen Mann die Schlachten schlugund jeder Fürst und Herr es für eine Erensache, ja fürselbstverständlich hielt, umgeben von seinen Rittern denStrauß auszufechten.

So wissen wir, um nur ein Beispiel anzufüren, daßvor der Schlacht bei Giengen (19. April 1462) Herzog