Wie man Stiftungen hielt.
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dem lieben Nachbar, welchen er in Schriften „seinen inGott erwürdigen Vater und stolzen, eigensinnigen Mann"nannte, (wogegen ihn der Probst seinen „in Gott liebenSon und Nachbarn, der an seiner eigenen Hoffart noch er-sticken müsse," titulirte) angetanenen Schimpf nicht ver-gessen.
Nach dem kristlichen Saze: „eine Ere ist der anderenwert" ließ er von nun an durch vertraute Leute beobachten,ob die von den Törringern gemachten Stiftungen vomKloster auch wirklich gehalten würden. Nach vier Jaren„Aufpassens" ergab sich, daß dieß nicht der Fall sei.Insbesondere war ein mit 300 Gulden unno 1412 vonOswald dem Törringer gestifteter Iartag gar nie ge-feiert worden. Der Freiherr ließ nun den Stiftbricf ausdem Archive zu Stein vorsuchen, schickte ihn mit seinerBeschwerde nach Salzburg und verlangte wegen Nichterfül-lung der Stiftung das Kapital und Zinsen zurück; — erscheint dieß entweder nicht ernstlich gewollt oder ein bekanntes,altes Sprichwort nicht bedacht zu haben, welches besagt:„Es gibt kein -f ein Opfer heraus." Wirklich behaupteteder Probst von der fraglichen Stiftung gar nichts zu wissen,dieselbe müsse jedenfalls längst abgelöst und erloschen sein.Der Bischof erklärte darauf des Herrn v. Tor ring Klagefür unstatthaft.
So und änlich verliefen 4V Jare in nachbarlicherF reundlichkeit. Zulezt waren der in Gott liebe Son unddessen in Gott erwürdiger Vater
„des langen Haders müde,erweichten ihren harten Sinnund machten endlich Friede."