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Schloß Godesberg. 311
Solche Maßregeln vermied der Truchseß, dem dasLand und der Erzbischofstul weniger am Herzen lag, alsseine Liebe und Freiheit. Gleichwol wich Erzbischof Geb-hard nicht auf den ersten Anprall, sondern verteidigte sichin Bonn und der nahe gelegenen Beste Godesberggegen seinen Widerpart und Nachfolger Ernst von Bayern.Dieser aber bekam erkleckliche Hilfe von seinem BruderWilhelm V., regierendem Herzog in Bayern, der ihmeinige tausend Mann unter Kommando eines andern Bru-ders, des Herzogs Ferdinand schickte, die 1583 dieBeste Godesberg erstürmten und gänzlich demolirten.
Bei Sprengung dieser alten Burg, dieß sei gelegentlichhier bemerkt, ereignete sich der merkwürdige, wol aüsserstseltene Zufall, daß der dreihundert drei und siebenzig Jarefrüer bei Erbauung des Schlosses eingemauerte Grund-stein mit in die Luft flog und später von einem Soldatenzu oberst auf den Ruinen gefunden wurde.
Dieser Grundstein, eine dunkelgrüne Basaltplatte, etwat Fuß lang, V? Fuß hoch und 1 Zoll dick, enthielt aufder Vorderseite eingegraben eine lateinische Inschrift in go-thischer Minuskel, folgendermassen:
.xxxo. Ml. A. e.
.0. X.
.RVXN.-t/lVA, R. X.
.rLOVlWlvo. URO.
1. VIR. AXVRVtt. AR.
Ueber dem Worte O?ll., dann D., und I. befinden sich
die ergänzenden Zeichen, welche jeder Historiker sich leichterklären wird, und unter der lezten Zeile ist liegend einBischofsstab eingegraben.
Die Inschrift lautet deutsch: