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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Ein verheirateter Erzbischof.

Farnese, der den braven Obrist, nachdem dieser die StadtZütphen durch einen Handstreich erobert und die Nieder-länder in die Flucht gejagt hatte, in der Mitte seiner Trup-pen und vor den Augen aller feierlich umarmte undküßte,denn er glaubte, daß man einen Cavalier vonsolcher Hochherzigkeit vor der Welt nicht schöner belonenkönne."

Hans Baptista von Tassis schloß seine kriegerischeLaufban in würdiger Weise anno 1588. Da dieß imDienste und Interesse eines bayerischen Prinzen gescha, soglaubt der Antiquarius etwas genauer die Ursache und da-malige Situation würdigen zu müssen.

Ernst, Erzbischof zu Köln und geborner Prinz vonBayern, war nur mit Müe in den Besiz seines Stulesgelangt. Sein Widerpart Gebhard Truchseß Freiherr v.Waldburg hatte die Unvorsichtigkeit begangen, als Erzbi-schof von Köln sich in eine schöne Dame, Gräfin Agnesv. Mansfeld, sterblich zu verlieben und dieselbe wirklichzu heiraten, nachdem er zuvor sich als calvinisch er-klärt hatte.

Der Leser begreift, daß ein solches Vorgehen nur dannvon Erfolg sein konnte, wenn der Truchseß das seinerVerwaltung anvertraute Erzbistum zugleich als sein erblichesBesiztum erklärt und sich mit Macht und Gewalt dessen ver-sichert hätte. Ein änliches Wagestück war 50 Jare früervon einem Zollern, Albrecht, ausgefürt worden, derals erwältcr Hoch- und Deutschmeister das ihm anvertrauteOrdensland Preußen als sein erbliches Herzogtumerklärte und dadurch den Grund zu der späteren WachslustBrandenburg's rssx. Preußens legte.