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Karakteristik des Bischofs,
die Dienste des Vicekanzlers zu betonen, und kaufte so vieleStimmen, daß er zum Bischof dieser zwei Bistümer erwältward. Mit Recht hält man ihn für einen ausgezeichnetenKopf und großen Politiker; sein Karakter entsprichtdieser lezteren Eigenschaft, denn er ist betrügerisch, hin-terlistig und abgefeimtster hat ein stolzes Wesen,gar keinen angenemen Verstand, denn er ist pedantisch;doch wird man mit ihm fertig, wenn man ihn kennt, beson-ders wenn man sich Mühe gibt, seine Kenntnisse zu benuzen.Ich hatte das Glück, seinen Beifall zu gewinnen, oft schwaz-ten wir vier oder fünf Stunden ganz allein zusammen, wo-bei mir die Zeit nicht lang wurde, denn er teilte mir vielebesondere Umstände mit, die mir unbekannt waren. Es gibtkeinen Gegenstand, den wir nicht abgehandelt hätten.
Sobald wir von der Tafel aufgestanden waren, beglei-tete ich meine Schwester in ir Zimmer und der Bischoffürte mich in das meinige. Es war fürchterlich kalt; ichlegte mich sogleich nieder und schlief ein; allein kaum hatteich eine Stunde gerut, so weckte mich der Markgraf aufund sagte mir, man wolle meine Zimmertüre aufbrechen.Diese Türe ging in einen Gang, in dem ein Husar Schild-wache stand. Ich horchte auf, und wie ich vernam, daßman wirklich an der Türe arbeitete, riefen wir ganz leiseunsere Leute, um nachsehen zu lassen, was es gäbe, und siefanden den Husaren wirklich noch an seinem Geschäft. Erbat den Markgrafen um Gnade und stete um Golteswillen,ihn nicht zu verraten, was dieser auch großmütig genugwar, ihm zu versprechen.
Den folgenden Tag besa ich, gleich nachdem ich aufge-standen war, das ganze Schloß.