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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Das Haus Schimborn.

gemacht. Meine Schwester ließ mir sagen, sie würde zumir kommen, welches sie auch wenige Augenblicke nachhermit dem Markgrafen tat. Beide schienen mir ser kalt;meine Schwester war schwanger, ich bezeigte ir meine Freudedarüber, kam ihr auf's aüßerste zuvor, allein sie vergalt esmir nicht mit Gleichem. Ich sagte ihr, was ich getan hatte;aber sie antwortete mir nichts. Wie bald darauf der Bi-schof zu uns kam, schlich sie sich davon und in ire Zimmer,wo sie der Zeit warnam, um sich die Herren von dem Hof-staat des Bischofs vorstellen zu lassen; sie crwänte der Grä-finden gegen sie und versicherte, sie verwerfe mein Betragen,sie sei nicht so hochmütig wie ich und würde das Vorge-fallene, wäre sie gegenwärtig gewesen, nie gelitten haben.Alle Welt mißbilligte ir Verfaren.

Wir holten sie ab, um zur Tafel zu gehen; man gabmir den ersten Plaz; sie wollte nicht neben mir sizen, sondernsezte den Bischof zwischen uns und beehrte ihn, ungeachtetder unter uns getroffenen Abrede, rechts und links mit derHoheit. Ich bestand meinerseits auf meinem Kopf undging nicht davon ab, bezeigte dem Bischof und seinem gan-zen Hofe alle mögliche Aufmerksamkeit und hatte so veilHöflichkeit für beide, wie nur in meiner Macht stand. Esist aber doch Zeit, daß ich sein Gemälde entwerfe.

Bekanntlich machen die Schönborne eine der erstenund glorreichsten Familien in Deutschland und gaben demdeutschen Reiche merere Churfürstcn und Bischöfe. Dervon dem ich hier spreche, ward in Wien erzogen, sein Geistund seine Fäigkeiten machten ihn zum Reichskanzler,welche Stelle er ser lange verwaltete; wie die BistümerBamberg und Würzburg durch den Tod irer Bischöfeerledigt wurden, benuzte der wiener Hof die Gelegenheit,