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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Würzburgische Pagen-Ordnung.

Morgens 6 Ur begann für die Pagen die Tagesordnung :Bon 7—8 Ur Unterricht in deutscher und fremden Spra-chen; 8 — 9 Ur hörten sie Rechtswissenschaft undPhilosophie abwechselnd; 9 —10 Ur war Fechtschule;darauf wurde von 10—11 Ur getanzt und nach Beendi-gung dieser vierstündigen Strapazen sezte man sich zu Tische.Nach 12 Ur begann der Pagendienst, welcher in Auf-wartung bei der fürstlichen Tafel, Begleitung Lgrsnissiinibei Hoffesten, Feierlichkeiten und Ausflügen bestand. Abendsfand wieder Unterricht statt, und zwar in Geschichte,Genealogie, Heraldik und Geographie.

Am Schlüsse der Pagenordnung hieß es:

„daß gleichwie sie, die Pagen, aus edlem Geblüte ge-boren und dieses durch die Gnade Gottes voraus hätten,sie also auch in edlen Sitten und cavalierlichemWandelsich vor andern auszuzeichnen unh in guter Zuchtund Erlernung nützlicher Wissenschaften ihr künftiges Glückselbst zu formiren und zu erwarten hätten."

Nachfolgende Schilderung eines Besuches des mark-gräflich baireut'schen Hofes bei Fürstbischof FriedrichCarl auf seinem Schlosse Pommersfelden wird als einZeitbild den Leser sicher ansprechen, um so mer als erdabei Gelegenheit bekommen kann, neben dem fortlaufendenFaden der Erzälung selbst immer wieder kleine Bildchen ausder ririsörs des damaligen Hoflebens zu erblicken. DieSchreiberin dieser Schilderung war nemlich FriederikeSofie Wilhelmine, Gemalin des Markgrafen FriedrichKristian von Baireut und zugleich leibliche Schwester derMarkgräfin von Ansbach und Tochter des Königs Fried-rich von Preußen, welche leztere Eigenschaft ir manchen