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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Kurfürst von Trier.

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Georg v. Spangenberg, ein Thüringer von Geburt,hatte in politischen, auswärtigen Angelegenheiten sein Ver-trauen.

Der Kurfürst sprach (nach demselben Berichterstatterim rhein. Antiguarius) schönes Deutsch, korrektes Französisch,gelaüfig italienisch und Latein wie ein Cicero, er schriebschön und hängte allezeit in der Unterschrift seinem Nameneinen ganz künstlichen Zug an (wie das überhaupt im vo-rigen Jarhundert Mode war). Er war von Person klein,ser dick, aber wol gemacht, hatte dabei überaus schöne Hände,welche er jedem von seinem Hof und Andern zu küssen gab;er war ser ernsthaft und hatte, besonders im Eifer, einedurchdringende Stimme. — Er fürte einen guten Appetit,speiste Mittags zwei Pfund Rindfleisch, trank alten Rhein-wein und zum Beschluß allezeit ein Glas Tokaier. — Erwar ein großer Liebhaber der Jagd und ein unvergleichlicherSchüze. In seiner Kleidung war er aüsserst sauber, meistensschwarz oder violett, mit Seide von gleicher Farbe prächtiggestickt, mit Rock und (dreispizigem) Hut; auf der Jagdhatte er einen runden Hut und war ganz grün gekleidet.Anfangs seiner Regierung trug er ser große spanische Pe-rücken, zulezt aber kleinere, doch allezeit sauber frisirt.Seinen ganzen Hofstaat behandelte er mit Er, seine Dienermit Ihr.

Seine Verwandten, die Schönborn, Dettingen,Hoensbroich, welche er öfters zu sich einlud, fürchtetenihn wie das Feuer; sie logirten bei Hofe, wurden jedoch inAllem kurz gehalten. Wenn er auswärts Besuch machte,so saß er immer in einem zweisizigen Wagen, mit zweiPferden bespannt, welche langsam füren. Voraus schritt derHoffonrier mit zen Laquaien und zwei Laufern, alle bloßen