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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Flucht aus dem Falkenturm.

Noch mer als mit dem Bastardbruder Hans hatteWilhelm mit seinem Vetler Sigmund v. Sandizell zuschaffen. Dieser war testamentarisch von Barbara, WittwePaul Haunberger's von Tuntzenberg als Erbe desleztgenannten Gutes bestimmt worden. Nun meinte Wil-helm näeres Recht darauf zu haben, denn Barbarawar seine leibliche Schwester gewesen.

Die Sache geriet in Streit, und um diesen auf demkürzesten Wege zu schlichten, überfiel Wilhelm eines Tagesseinen lieben Vetter Sigmund und schleppte ihn gefangennach seinem Size Großhausen. Unterwegs ward Sigmunddurch Leute des Grafen von Haag befreit und Wilhelmdagegen in das fraunbergische Schloß Prunn a. d. Altmülgebracht und verwart, von wo er in den berüchtigten Fal-kenturm (s. o. S. 198) nach München abgefürt und ge-legt wurde.

Eines Nachts, es war im kalten November 1523,fand Wilhelm v. Sandizell Gelegenheit, aus dem Falken-turm zu entspringen. An einem Linnen ließ er sich in den Stadt-graben herab, durchschwamm diesen, kam durch Gärten undAenger in's Freie und flüchtete sich glücklich über die Isarin das Spital der Sondersiechen, welches damals und bisvor wenigen Jaren noch auf dem Rand des rechten Hoch-ufers dieses Flusses gerade der Stadt gegenüber lag.

Warscheinlich rumorte der reiterische Mann etwas zuarg in diesem Asil, denn die Siechen verrieten seine Anwe-senheit an die ihn verfolgenden Schergen, und diese brach-ten ihn andern Tags wieder in die Mauern des Fal-kenturms zurück, wo er um so strenger verwart und be-wacht wurde.