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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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261
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Mar VI. von Preising. 2<Z1

das Votum wissen, so gab er kategorisch zur Antwort:„Schreiben S' nur: der Preising mag halt nit."

Bon seinem jüngsten Sone, Max, welcher von 1807bis 1813 Landrichter zu Miesbach gewesen war und sichdabei in ein großes Meer von Schulden hineingearbeitet hatte,erzält v. Lang folgenoe Geschichte:

„Dreißigtausend Gulden Amts- und Vormundschafts-Gelder waren bereits durchgebracht, davon die Schuld aufsich zu laden, Seiner Gnaden natürlich nicht zuzumuthenwar. Die gemeine Seele eines sterbenden Schreibers schiendazu vollkommen hinlänglich. Der treue Landgerichtsdienerstürzt also eines Abends plötzlich in die Amtsstube, versetztdem armen Oberschreiber mehrere Dolchstiche und läßt ihnblutend und als todt auf der Erde liegen, und eilt nun,einige Gerichtspersonen herbeizuholen, die über den Selbst-mord des Schreibers ein Protokoll aufnehmen und unterdiesen aufgeregten, verdächtigen Umständen die Kasse auf-schließen sollen, nachdem Seine Gnaden der Herr Land-richter alle Ursache hätten, zu fürchten, daß es damit nichtrichtig sei. Als aber die Commission eintrat, hatte der ver-meintliche Cadaver sich schon wieder erhoben und besaß nochso viel Kraft, iu's nächste Haus zu gehen, wo er der Hilfeeines Arztes übergeben wurde. Unterdessen entstand einesolche Entrüstung bei den Einwohnern des Orts, daß derHerr Graf eS für gut fand, mit seinem würdigen Landge-richtsdiener die Flucht, und wohin sicherer als nach Münchenselbst zu-nehmen. Niemand zweifelte, daß dieses aus un-widerstehlichem Drang geschehen, sich eben damals bei demallgemeinen Aufgebot in eigener Person zu stellen. Maneilte, einen so schönen patriotischen Zug in der vaterländischenGeschichte zu verherrlichen, indem man den Landrichter zum