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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Der Reichsprofoß.

zösischen Ausgewanderten vertreten. Wenn man weiß, daßselbst der Herr Kurfürst von Main; unter einem Gefolgevon 1500 Menschen sogar auch eine Amme und einenKapaunstvpser mitgebracht, so darf man glauben, daß esüberhaupt nirgends an den Abstufungen aller sinnlichenFreuten gemangelt habe. Den Beschluß in den vornehmenGasthöfen bis zum frühen Mvrgen machten gewöhnlich dieSpiele an den in lauter Gold aufgethürmten Banken,welche der in regelmäßiger Stunde ankommende Reichsprofoß,ein Subaltern des Erbmarschalls, scheinbar auseinandertreiben wollte, dafür aber mit 1,2, auch oft 5 bis 6 indie Hände gedrückter Dukaten beschworen und zur Thürehinaus geschoben wurde; und zwar ging er gewöhnlich mit1 oder 2 Dukaten ganz still und bescheiden ab, schrie undschimpfte aber zum Schäumen, je nachdem er mehrere Stückein der Hand verspürte, weil er es für seine Schuldigkeithielt, sich nach einer so großmüthigen Belohnung in seinerhöchst möglichen Anstrengung sehen zu lassen. Am Tageschlich er in seiner bordirten Uniform mit Degen auf kleinereBeute aus, um arme Judeuburschen zu fangen, wenn er sieeinen Haarzopf tragend oder mit einem Spazierstock in derHand oder gar in den öffentlichen Spaziergängen wandelndertappte. Es wäre nöthig gewesen, man hätte seineu Tauf-schein bei sich getragen, um nicht von diesem Ameisenbärals eine Judenseele aufgegabelt und um 1 fl. 30 kr. ge-plündert zu werden.

Mit einem von Cassel für meinen Fürsten angekom-menen Wagen voll Geld (es war ein Theil des vom Land-grafen erlangten Anlehens von 700,000 fl.) nahm ichunter Begleitung eines mir entgegengeschickten Kammerdie-ners meinen Heimweg nach Wallerstein. Wir luden das