Huldigung der Juden.
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alischem Geftanke gerösteten Ochsen verfügen, ein noch halbrohes Stück desselben auf die silberne Platte nehmen undsie dem zum Römer zurückreitenden Herrn Grafen vortragen,während hinter uns von dem um die vergoldeten Hörnerstreitenden Janhagel die ganze bretterne Küche krachend zu-sammenfiel, vermuthlich als ein Sinnbild, wie es dem hei-ligen Reiche in der Kürze bald selbst ergehen sollte. Anden Flügelthüren des Speisesaals übernahm der Graf Truch-seß die Schüssel in seine eigenen Hände und sezte kniebeu-gend die duftende Köstlichkeit dem von allen Seiten mitlauter widersinnigen Fratzen geplagten Kaiser unter dieNase. Nichts konnte ein treueres Bild der eiskalt erstarr-ten und kindisch gewordenen alten deutschen Reichsverfassunggeben, als das Fastnachtspiel einer solchen in ihren zerrissenenFetzen prangenden Kaiserkrönung. Die folgenden Tage, woman die sibyllinischen Bücher der goldenen Bulle nichtweiter zu befragen nöthig hatte, befriedigten die Schaulustmit leidlichen Festen einer öffentlichen Huldigung in demhessischen Lustlager und dem Freudenfeuer auf den prächtigenWasserjachten der geistlichen Kurfürsten. Auch die Juden,denen jetzt die ganze Welt huldigen muß, bequemten sichwenigstens für einen Tag, in ihren schwarzen Mänteln einemkaiserlichen Kanzler zu huldigen. Aus allen Schluchtenwurden dem anwesenden Könige von Ungarn die wildenSchweine herbeigetrieben. Die in ganzen Strichen herbei-geflogenen deutschen Professoren und Dozenten rissen sichum die nassen Druckbogen der neuen Wahlkapitulation, umzu erforschen, an welcher Stelle etwa aus einem Kommaein Semikolon geworden , und berümten sich zum Theil,daß sie es bewirkt. Am lebendigsten, schien es, wurden inder Stille die Einblasungen und Racheforderungen der fran-