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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Das Hafer-Sprengen.

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Hafersprenges", wie v. Hormahr sie nennt, zu, eine Zere-monie, die, beim Licht betrachtet, ziemlich sinnlos gewesensein muß.

Nach der Krönung nemlich, wenn der Kaiser beimMale saß, ritt der Erz- und rssp. Erbmarschall vom Römeraus mit obligatem Gefolge auf einen hoch aufgeschüttetenHaufen Hafer zu, sprengte dann mit feurigem Rosse in den-selben hinein und ließ sich einen silbernen Mezen (Maaß)voll der Roßspeise füllen, ritt dann mit demselben demRömer wieder zu, saß ab und sezte ihn im Saale vor demKaiser nieder, wärend der Pöbel (das sog. Volk) untenüber den Haferhaufen Hersiel und ihn als gute Beute er-klärte. Daß der Marschall in richtiger Tradition seinesursprünglichen Amtes (Marschall, Marstall, muvevllal, Huf-schmied) mit Rossen und Hafer zu tun hatte, ist begreiflich;was aber, um des Himmels willen, sollte der Kaiserbeim Krönungsmale mit einer Schüssel voll Hafer??

Aenlich, und dabei mit etwas Iraut ^out gewürzt, wardie Amtstätigkeit des Erz - Truch sess en (Kurfürsten vonder Pfalz und rssp. Bayern) und des Erb-Truch-sessen (Trafen Truchseß von Waldburg), welche derLeser in nachfolgender Schilderung der Feierlichkeiten beiGelegenheit der Wal und Krönung des vorlezten deutschenKaisers, Leopold's II., zu Frankfurt i. I. 1790 näerkennen lernen wird.

Der schon oben S. 62 erwänte spätere bayer. Archiv-direktor und Vorstand des Reichsherolden-Amts Karl Hein-rich Ritter v. Lang war von seinem damaligen Herrn, demFürsten v. Dettingen (S. o. S. 141) nach Frankfurtgeschickt worden, um sich die Glorie der Krönung mit an-zu sehen und darüber Bericht zu erstatten.