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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Zweierlei Gravenrcuth.

Punkt und lezten Grund die Eigenliebe gehabt hätte? Dasnemlich ist dem Antiquarius durch langjärige Erfarung zurUeberzeugung geworden, daß alle Liebe und aller Haß nurgeschmeichelte oder gekränkte Eigenliebe seien, und daß keinMensch den andern liebe, weil er, der Liebende, bei demGeliebten, sondern nur deshalb, weil jener, der Geliebte,in dem Liebenden einen angenemen Reiz, einen Kizel derEigenschwächen erzeugte. Hört dieser Reiz durch irgend Umständeauf zu wirken, so endigt auch die Liebe. — Alles Weitere, wasman von uneigennüziger, kristlicher, platonischer oder patri-otischer Liebe erzält, ist eitel Phantasie und Taüschung-

11) Graf von Gravenrcuth. Ist ein kleiner eger-ländischer und Oberpfälzer Adel und fürt ein aus Felsenhervorbrechendes silbernes Einhorn in Blau. Es gab auchein regensburgcr und altbayerischcs Geschlecht des Namenswelches ein blau-silbernes Schach unter silber-rotgeteiltemHaupte und auf dem Helm einen gekrönten Mannsrumpffürte. Des lezteren Geschlechtes war z. B. Konrad Gra-fenreuter, Schultheiß zu Regensburg 1155.

Aus vorliegender Familie (mit dem Einhorn) wurdeder bayerische Gesandte zu Wien Karl Ernst Freiherr v. G-— der Freiherrntitel war seit mereren Generationen ange-nommen — im Jare 1325 in den bayerischen Grafenstanderhoben. Dessen Son Maximilian ist erblicher Reichs-rat (die Fidei-Eommiß-Giiter sind dem Antiquarius z. Z.nicht bekannt) und kinderlos. Von der im Freiherrnstandverbliebenen Linie ist der älteste, Max, Canonikus zu Eich-städt, der zweite, Casimir, und der dritte, Ludwig,sind Offiziere und haben beide Nachkommen.

12) Freiherr von Gumppcuberg zu Pöttmes. Einesder wenigen noch übrigen altbayerischen Turniergeschlechtcr.