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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Frauen-Schmuck 1588.

Montags, 1. April, Frü-Malzeit, 18 Schüsselnin zwei Gängen:

1. Gang: 1) Kapaun-Suppe mit gebätem Brot,2) Gebratene Gansleber, 3) Blaue Forellen, 4) GrüneStockrüben, 5) Hennen und Rindfleisch im Kren (Meerrettig),6) Gedämpftes Lammfleisch (durchstrichen)/ 7) Hecht in derpolnischen Brühe, 8) Birntorten, 9) Gebratene Spanschweinle.

2. Gang: 10) Gebratene Kapaunen, 11) GesulztesWildpret, braun, 12) Grünkraut, 13) Kalte Escken (Fische),14) Tauben in Lemonie, IS) Karpfen-Pasteten, 16) Ge-bratener Kalbsschlegel, gespickt, 17) Gründet (Fische) ineiner Jngwerbrüe (durchstrichen), 18) Fleischgallerte."

Mit diesen zwei Malzeiten war die nötige Unterlagezu den bevorstehenden Müseligkeiten des Begräbnisses ge-wonnen. Nach dem Begräbnisse ritten die Gäste wiederheim. Um aber auch von ver Frau Barbara selbst nochein schwaches Bild zu geben, so will der Antiquariushier beisezen, was man 40 Jare nach irem Leichenmale beiiren irdischen Ueberresten fand. Man öffnete nämlich am2S. April 1628 (aus welksten Ursachen ist unbekannt) irGrab in der Pfarrkirche zu Thurnau, und es zeigten sichlaut eines spezifizirten Zettels im Archive zu ThurnauS8 Stück verschiedene Goldstücke und Edelsteine, eingoldenes Armband, S goldene und 2 silberne Fingerring-lein, darunter ein Gichtring (aus Gemshorn?), Dukatenund Kronen, dann Herzen und Amulette aller Art zueiner Kette gehörig. Warscheinlich fanden sich auch nochReste der Kleidung, es ist aber wol davon, als nichtvon materiellem Werte keine Notiz genommen worden. ImGanzen muß der Schmuck der Dame wenig verschieden ge-wesen sein von der heute noch vorkommenden Mode des