80 Verdienste um Kunst
die Gönnerschaft dieser reichen Herren des XVI. Jarhun-derts für Kunst und Wissenschaft. „Es ist zum größtenRum derselben anzuzeigen", sagt erwänter v. Stetten, „daßsie mehr zur Aufname der Wissenschaften inDeutschland beigetragen haben, als manche Fürsten.Es haben die Herren Fugger in Augsburg den Gelehrten,besonders den armen, große Woltaten erwiesen, daher ihnensehr viele Werke sind zugeeignet worden, sie selbst aber so-wol zum eigenen Nutzen und Vergnügen, als zu jener (derGelerten) Vortheil die kostbarsten Bücher - Schäze gesammelt."Wenige Adels - Familien, mit Einrechnung der hochfürstlichenregierenden, werden ein solches Lob in der Geschichte er-halten.
Raimund Fugger, (der Stifter der nach ihm genann-ten Linie s. o.), vermalt mit Katharina v. Thurzo, sie-benbürgischen Adels, durch die das Geschlecht der Fuggernebenbei bemerkt, auch zu großen Bergwerksunteruemungendortiger Gegend gelangte, war der erste der fugger'schenMäcene; Marx Fugger, der Stifter der alten norden-dorfer Linie, war nicht nur der Unterhändler und Lieferantder kostbarsten Antiquitäten-Sammlung, die Herzog Al-brecht V. von Bayern für seine Kunstkammer in Münchenankaufte (wie darüber viel Interessantes in den bayer. An-nalen v. I. 1832 zu lesen), sondern auch selbst ein frei-gebiger Unterstllzer der Wissenschaft und Sammler von al-ten und raren Büchern. Den größten Rum aber hat sichHans Jakob Fugger erworben, der buchstäblich durchseine Freigebigkeit in diesen Dingen zulezt von allem Reich-tum, nebst 21 Kindern, nur das einzige Schloß Tauf-kircheu in Bayern übrig behielt, wo er mit dem Titelund Range eines Herzogs bayerischen Kammer-Präsidenten