Druckschrift 
Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

und sein Wappen.

61

Wenn aber in demselben Nekrologe (bahr. Annalen 1831)gesagt wird:Seine Eltern bestimmten ihn früzeitigfür den Maltese r-Ord en, wo er in die französischeZunge aufgenommen wurde, und als Ordensritterdem Bombardement von Algier beiwonte" so muß derAntiquarius im Interesse der Unparteilichkeit hinzufügen,daß er in den Listen der Malteser-Ritter keinen FranzGabriel de Bray gefunden habe; selbst der gothaische Al-manach, ver doch sonst in solchen Dingen nicht sparsam ist,weiß von der Ritterschaft dieses Herrn de Bray nichts. Ein Umstand aber widerlegt besser als Alles die Be-hauptung der angeblichen Ritterschaft, beweist vielmer, daßMonsieur de Bray wenig Lust oder Zeit gehabt hatte, sichmit seinem Stammbaum zu beschäftigen, nemlich die Tat-sache daß derselbe, als ihm vom Könige Max I. der bay-erische Grafen stand erteilt wurde, sein angestammtesWappen gar nicht kannte allerdings einer dermerkwürdigsten Unfälle, die einem Edelmann begegnen mögen!

Das Wappen nemlich, das ihm im Diplom als seinhergebrachtes" bestätigt wurde, war, wie sich Hintennacherwies, das seiner Mutter, bezieungswcise der rouen'schenFamilie eis Buillst ein Balken mit einem Sternzwischen zwei Monden belegt, und darunter ein Turm. Erst10 Jare später wurde durch seinen Son, den jczigen Ma-joratsherrn, erblichen Reichsrai Grafen Otto von Bray, derIrrtum entdeckt und die Wiederaufname des alten bray'schenWappens über Gold ein rotes Haupt, darin ein schrei-tender g. Leopard 1823 durch die bayerische Regierunggestattet. Derselbe Herr Graf hat in neuester Zeit zur de-finitiven Ausgleichung der Sache sich beide besagte Wap-pen in eines zusammenstellen und offiziell bestätigen lassen.