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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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381
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bayerischen Antiquarius,

Wissenschaft verstehe, eine Stelle unter den Dienern der Nes-publica einräumen. Das eben war die tolle Idee.

Seitdem ich Familienvater geworden, versäumte ich keineGelegenheit, mich um Stellen zu bewerben, die ich meinenKenntnissen nach, wenigstens so gut als andere, ausfüllen zukönnen vermeinte. Ich suchte z. B. einmal um eine Pro-fessur der Geschichte, bezieungsweise der historischen Hilfs-wissenschaften an hiesiger Hochschule nach. Der Ministerv. Zwehl war äußerst artig und verwies mich an die Fa-kultät. Meine Eingabe an diese, unter Beilage meiner histo-rischen Werke, fand jedoch wenig Verständniß. Herr Professorv. Kobell, damals Dekan der Fakultät, dem ich meinen Be-such machte, hatte zwar die Güte, mich herablassender Weisein Hemdärmeln mit einer langen Pfeife im Munde zu em-pfangen, eröffnete mir aber, one sich von seinem Trone, derübrigens ein gewönlicher Stul zu sein schien, zu erheben, aufgut altbayerisch: die Fakultät wolle nichts wissen von der He-raldik. Ich entgegnete zwar, daß ich um Habilitation in derGeschichte überhaupt angesucht, und erlaubte mir, hinzuzufügen,daß Heraldik denn doch eine Hilfswissenschaft sei, so gut alsMineralogie; Hr. v. Kobell aber schloß die Unterredung mitden dezidirenden Worten: Ja, Stoana (Steine) das ist ganzwas anders als Wappen! worin ich ihm allerdings nicht wi-dersprechen konnte.

Ein andermal bewarb ich mich um die Stelle des Reichs-heroldcs, welcher als Vorstand der Adelssektion im Ministe-rium des Aüßern fungirt, und, so sollte man denken, durcheinen Fachmann in Heraldik und Genealogie am besten ver-treten sein müßte. Ich machte dem Minister v. der Pford-t en ineine Aufwartung, welcher in liebenswürdigster Weise meineLeistungen anerkennend, nur bedauerte, mir nicht helfen zu