Vorm ml
zur zweiten Ausgabe des ersten Bandes.
Als ich im Oktober vorigen Jares den ersten Bandmeines „Bayerischen AntiquariuS" in die Welt schickte, konnteich wvl verschiedenartige Urteile über das Buch, nicht abereine Art von Gebrauchs-Anwendung erwarten, wie ich sie,und zwar zum erstenmal« in meiner schriftstellerischen Praxiserleben mußte.
Obwol ich mich ncmlich in dem Vorworte des erstenBandes ausdrücklich verwarte, als schriebe ich für das soge-nannte Volk, obwol ich ebenso entschieden den Schwer-punkt des Werkes — dessen richtige Auffassung und Bezeich-nung doch am Ende Niemanden mehr zustehen kann als demAutor selbst — obwol ich also diesen Schwerpunkt in diemit unendlicher Müe und möglichster Gewissenhaftigkeit ge-arbeitete historisch-kritische Seite des Buches legte,und den Lesern und Kennern der deutschen Adels- und Kul-turgeschichte ein eingehendes Studium und eine billigeWürdigung des genealogischen Teiles des „Antiquarius"empfal, hat doch in der Tat die kurze Frist eines Viertel-jares genügt, mir die traurige Ucbcrzeugung beizubringen,daß unter unserem bücherlescnden Publikum, speziell aberunter den sogenannten Besprechen: unglaublich viel Einsei-tigkeit, ich möchte sagen, Armseligkeit herrsche.
Wenn je ein Autor bestrebt war, den Standpunktstrenger Unparteilichkeit zu behaupten, das Gute
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