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Die historische Preisfrage
Dokumenten, namentlich solche mit Siegeln, auszumustern,Wärend mein Vater die in Pergament gebundenen Kammer-rechnungen der Stadt von 1327 — 45 für den historischenVerein in Beschlag nam, wo sie heutzutage noch zu sehen sindnnd mir und andern Forschern schon reiche Ausbeute gelieferthaben. Auch bei anderen Krämern forschte ich nach und warso glücklich in den Käseläden unter dem Rathhause wiedereinige und 30 Pfunde nach und nach zu dem Makulaturpreisezu acquiriren. So legte ich damals den Grund zu einer Ur-kundensammlung, die seitdem zu mehr als 1000 Stücken an-gewachsen ist. Es war aber hohe Zeit gewesen, daß dieseSachen beseitigt wurden, denn wenige Tage darauf kam der da-malige Ncgierungsrat v. Braunmühl, bei Gelegenheit einesEinkaufes auf diese alten Urkunden und ire Heimat und vcr-anlaßte sofort eine Rüge an den Magistrat, die deutlich ge-nug gewesen sein muß, weil Plözlich alle die Papiere wiederaus den Läden verschwanden. Ich muß übrigens bemerken,daß meines Wissens die Stadt damals schon iren eigenenbesoldeten Archivar hatte.
Ich komme wieder auf die Preisfrage zu sprechen. Mitallem Eifer warf ich mich sofort ins Geschirr, erwirkte vom kgl.Ministerium die Erlaubniß zur Benüzung des Archives undarbeitete meine Abhandlung fast ganz aus ungedruckten Ur-kunden. Nach etwa einem halben Jare konnte ich das Ma-nuscript unter den vorgeschriebenen Bedingungen bei der Fakultäteinreichen. Man riet mir, den Herrn GcschichtsprofcssorenBesuche zu machen, ich tat es, obwol mir scheinen wollte, die„Anonimität" sei dadurch etwas alterirt. Bei diesen Besuchenbekam ich mitunter pikante Bemerkungen zu Gehör, wie dennz. B. der Professor Neumann mir one weiteres erklärte, erVerstehe nichts von bayerischer Geschichte, habe zwar über solche