Geschichte einer Registratur, Zgg
mich mächtig anzog, und die zuerst Spielerei, sezt mein ern-ster Lebensberuf geworden ist,
^nno 1848 wurde ich Mitglied des historischen Ver-eins von Obcrbayern, und veröffentlichte in dessen Zeitschrift„Oberbaherisches Archiv" 1849 meine erste größere Arbeit„die Siegel und Wappen der Münchener Geschlechter". DerStoff fürte mich auf das Feld der Stadtgeschichtc von München,und da mir der damalige Bürgermeister Jakob v. Bauer (ge-legentlich bemerkt ein vortrefflicher Mann) die Durchsicht desNestes der alten Registratur, welche oberhalb der städtischenFleischbank aufgespeichert war, gestattete, so fand sich bald Ma-terial genug, um einige weitere Abhandlungen „München zurZeit Kaiser Ludwigs des Bayern" und „Originalbilder ausder Vorzeit Münchens" vom Staphel zu lassen.
Ich komme nochmals auf die sogenannte Fleischbankregi-stratur zurück, — Ein Paar Jare ehcvor ich zu ircr Durch-sicht gelangte, hatte der betreffende Magistratsrat für zweck-mäßig befunden, dieß Papier als Makulatur zu verwerten.Um recht sicher zu gehen, beauftragte er einen Vertrauens-inann, den Tapczirer H. die Acten zu mustern und das Wert-vollere zurückzulegen. Dieser H. verfolgte nun, wie mir deralte Ratsdiener Achleitner oft erzälte, den praktischen Weg,daß er alleS, „was man nicht mehr lesen" konnte, unbedingt,von dem übrigen aber alles was „zusammcngeschmiert" war,dem Untergange widmete. Auf diese Weise gelangten gerade dieältesten Rechnungen, Saalbücher und Korrespondenzen zent-nerweise in die Hände der Krämer und Käsehändler. Einerder ersteren machte meinem Vater das Offert, er solle für michund für den historischen Verein aussuchen, was ihm gut dünke.
Mit Freuden empfing ich diese Botschaft und schon des-selben Tags war ich daran mir eine erkleckliche Masse von