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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Gründung der Kinderbewaranstaltcn

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träge die erste derartige Anstalt in der Vorstadt Au zu gründen.Ich erinnere mich als Kind mit meinen Eltern diese Erstlings-frucht der Bemüung meines Vaters besucht zu haben. Eswar ein großer Saal Parterre in einem Gebäude, das unweitder Stelle stand, an welcher in späteren Jaren die M. Schwai-ger'sche Volksteater-Bude errichtet wurde. In dem Saaleliefen ringsum niedere Bänke und an den Wänden waren eineMenge von auf Pappe gezogenen Thier- und Pflanzenbildernaufgehängt, die ich sogleich als die Kupfertafcln einer großenNaturgeschichte wiedererkannte, die ich in meines Vaters Bi-bliothek oft betrachtet hatte. Als die Sache im Gange war,trat v. Hefncr zurück und überließ anderen sich nun vordrän-genden Herrn die ganze Angelegenheit, sammt der Ere. Erblieb jedoch selbst bis zu seinem Tode einer der monatlich geld-beitragenden Woltäter dieser ersten Kleinkinderbewaranstaltin Bayern. Auch in seiner Vaterstadt hatte er im Früjare 1834einen mit seinem Namen unterzeichneten öffentlichen Aufrufzur Gründung einer solchen Anstalt erlassen, ich weiß abernicht, ob es damals schon von Folgen gewesen sei; heutzu-tage eristirt wol keine nennenswerte Stadt Bayerns, jaDeutschlands, welche nicht diese segensreiche Einrichtung auf-genommen hätte.

Es wird nach Erzälung desjenigen, was Joseph v. Hefnerals Beamter und als Mensch getan, kaum nötig sein hinzu-zufügen, daß er ein Mann von großer Herzensgüte war.Arbeitsam, dienstfertig und hilfreich bis zum Aüßerstcn gegenJedermann, aber vielleicht zu gutmütig und leichtglaübig, wurdeer unzälige Male mißbraucht und wie das der Welt Sitteist, Hintennach dafür verspottet. Harmlos, bescheiden und artigpflegte er in Gesellschaft wolgclittcn zu sein, und liebte es,die Anwesenden mit Berichten und Anekdoten aus seinen

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