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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Zipfclkrätzcnmagistrat.

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von Schul- und Fachbildung zu Eren und Würden gelangtwaren. Die alten adelichen Ratsfamilicn gaben dem neuenbürgerlichen Magistrat den Spottnamen „Zipfelkrätzenmagi-strat", weil man den Magistratsräten nachsagte, sie gingenmit Marktkörben (Zipfelkrätzcn) am Arme selbst ire Arbeitenauszutragen und Einkaüfe zu machen.

Mein Vater erzälte mir oft, daß sein Vater, der Steuer-meister, aus Gram über die Behandlung, welche ihm vonSeite der neuen Behörden zu Teil wurde, gestorben sei — erüberlebte die Katastrofe nur ein halbes Jar. Meine Groß-mutter, welcher aus Gnaden eine kärgliche Pension von etlichenGulden monatlich ausgesprochen war, mußte dieß Gnadengeldjeden Monat auf der Magistratskasse selbst abholen und be-klagte stch oft mit Tränen in den Augen über die Pöbelhaf-tigkeit, mit der ir von den Herren daselbst begegnet wurde.Einsmals aber übernam sie der Zorn und sie hatte den Mut,dem sie mit barschen Worten anfarenden Kassabeamten vordem ganzen Auditorium zu sagen: „Er braucht gar nicht sogrob zu sei», ich Hab ihm alles Gute getan, als er noch beimir hinten auf der Kutsche stand!" —und verließ unter demGelächter des Publikums die Amtsstube. Von der Zeit anerhielt sie jeden Monat ire Pension ins Haus geschickt biszum lczten Tage des Jares 1825, wo sie in einem Altervon 65 Jaren starb und in unserem Familienbegräbniß inAugsburg am 2. Januar 1826 begraben wurde.

Mein Großvater hatte aus seiner Ehe zwei Söne, denStoffcle und den Bebi, wie er sie in seinen Briefen nennt.Lezterer, Joseph, mein Vater, war geboren 5. Februar 1799und wurde der Stammhalter, der Bruder Kristof starb ledig.

Mein Vater hatte aus seiner früestcn Kindheit nur zweiErinnerungen mit ins Mannesalter herübergenommen. Die