Druckschrift 
Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
Entstehung
Seite
347
Einzelbild herunterladen
 

Nobilitation der Familie. Z47

zu finden gewönt sind. Wir bewarcn in unserm Familien-archive noch eine Reie von Briefen des Sones an seine»Vater, die als Muster in dieser Bczienng gelten können, unddie ich als Knabe wie als Mann nie auö der Hand legte, oneüber das schöne Verhältniß zwischen Vater und Son, das ausjedem Briefe spricht, innig befriedigt, ja gerürt zu sein.

Dieser Son Georg hatte zu Sulzbach und Ingolstadtstudirt, sich anfangs als Negierungösekretär zu Sulzbach auf-gehalten, war aber bald nach Augsburg gegangen, da ihmdort die Wal in den innern Rat zugesagt worden war. AlsVorbedingung hiezu galt bei der damaligen patriziatischenVerfassung dieser Reichsstadt der Nachweis des Adels alsunerläßlich.

Um diesen Nachweis dem Sone zu verschaffen, wendetesich der Vater in einem Bittgesuch an seinen Landesherrn,den Kurfürsten Karl Theodor in München, worin er unterVorlage einer großen Anzal von Dokumenten über sein und seinerVoreltern crliches Herkommen und Wappengenossenschaft, auchdem Hause Bayern geleistete Dienste, um die Nobilitationbat. Die Genemigung der Bitte erfolgte umgehend durchCabinetsschreiben vom 3. Mai 1787, die Ausfertigung desDiploms selbst aber zog sich bis zum 30. Juli desselben Ja-res hinaus. Nach Vorlage dieses Originaldokumentes hattedie Wal des Sones in den innern Rat keine Schwierigkeitenmer. Sie erfolgte am Abend desselben TageS (30. Juli),an welchem morgens daS Diplom in München von KarlTheodor und dem Minister v. Kreittmayr unterzeichnetworden war. Der expedirende Sekretär v. Dumhoff hatteans Verlangen deö Ratswalkanditaten das Dokument in einemeisernen Kästchen wolverwart durch reitende Staffete nachAugsburg abgeschickt, wo es Nachmittags eintraf. Schlag

22"