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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Soldaten-Adel,

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so bildete sich dadurch ganz von selbst der Beamten-Adel, VomXVt, Jarhundert ab, wo die Adelsbriefe weniger selten wur-den, bewarben sich dann viele blos aus erbaren jedoch schonwappengenossenen Familien entsprungene Beamte um denAdel und erhielten ihn auch teils von iren Landesherrn,teils vom Kaiser oder von sogenannten größeren kaiserlichenPfalzgrafen. Wie Glück Neid bringt, so bringt es auch Ereund Geld, und so haben sich gar manche Namen des kleinenBeamtenadels nach und nach durch Begutung, Heiraten u, s. w.in höere Kreise geschwungen, nicht wenige aber sind durchmißliche Umstände auch herabgesunken und haben sich unterdem Bürgerstand wieder verloren.

Der Soldaten-Adel hat in seiner Bedeutung einigeAenlichkeit mit dem Beamten-Adel, d. h, er verdankt seinDasein auch einem dienstlichen Verhältnisse zu Fürsten undRepubliken, allein er ist um mindestens 400 Jare jünger alsder Beamtenadel und nicht älter als die stehenden Heereüberhaupt. Nachdem nun aber gerade die stehenden Heereden Ritterdienst des alten Adels entberlich machten und die-sen selbst wollte er nicht als Söldling eintreten ausseiner ursprünglichen Bestimmung hinausdrängten, so könnteman kurzweg auch sagen, der Soldatcnadel fange da an, wo derritterliche Adel aufhöre.

Schon in den vorübergehenden Landsknecht-Heeren desXVI, JarhundertS haben sich hie und da einzelne Oberste,Hauptleute u. s, w. empor geschwungen und den Adel er-obert, noch mer war dieß in der Zeit des 30järigen Kriegs derFall, wo der Soldaten-Adel nus der Erde wuchs, so daßmau sich gar bald daran gewönte, in jedem Offizier einenEdelmann zu suchen. Im XVIII. Jarhundert war es endlichgleichsam eine ausgemachte Sache, daß man auf OsfizierstellenAnspruch machen wollte, von Adel sein mußte und nirgends