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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Herren- und Dienst-Adel,

Wenn der Briefadel mit einem Alter von 500 Jarenvon unfern Zeiten an sich begnügen muß, so kann der U r adeldurchschnittlich 100 Jare weiter zurück Probiren, AnSnamenfügen noch ferner 50 Jare hinzu, d. h, einzelne Geschlechtermögen schon zu An fang des XIII, Jarhunderts ire Namen inUrkunden vertreten finden. Weiter zurück nimmt die Unsicher-heit mit Riesenschritten zu, denn wir stoßen auf das wesentlicheHinderniß des Mangels an firirten Geschlechtsnamen undan Geschlechtswappen, one deren Feststellung alle Genea-logie eitel Spielerei und Fantasie bleiben muß.

Nur wenigen Geschlechtern des hohen oder Herren-Adels ist es in Deutschland vergönnt ire Stammreie sicherbis ins XII, Jarhundcrt znrückznfürcn, der kleine oder Dienst-adel kann zum weitaus größten Teile erst mit dem leztenBier.tel des XIII, Jarhunderts sichere Nachweise über seinBestehen, wenn auch nur selten die Filiation vom Bater aufden Son erproben.

Es ist aber der große Unterschied zwischen dem uradeligenHerren- und dem uradeligen Dienst-, oder mit anderenWorten zwischen dcm Dinasten- und Ministerial-Adelnie außer Acht zu lassen, ein Unterschied, zu dessen Würdigungder Antiquarius nur den einzigen Anhaltspunkt zu gebenbraucht, daß wärend der Herrenadel absolut frei und ledig-lich dem Kaiser und Reich untergeben und lehenspslichtig war,der Dienstadel unfrei, leibeigen und seinem Lehensherrn sei dieser ein Dinast oder ein anderer Edelmann, einBischof oder ein Abt gewesen hörig war. Seine rechtlicheStellung war demnach weit beschränkter als die eines Städte-Bürgers, als welcher bekanntlich schon von allein Anfang anNiemand genommen wurde,er sei dann völlig freier Geburtund keinem Herrn mit Leibeigenschaft zugetan."

Gegen Ende deö XIV. Jarhunderts verliert sich die kör-