XVIII
Vorwort
Micne eine? Mannes, der weiß berücksichtigt, und daß jedeSache zwei Seiten habe und daß das uuäiutur et alterapars vor Allem unter Gebildeten zu den gesellschaftlichenund rechtlichen Notwendigkeiten gehöre. Mit einer Artvon Beschämung mußte ich daher seiner Schlußbemerkungvon der „Eichelkost" zustimmen und ich kann mich nur mitder Tatsache trösten, daß ja die Eiche, das Sinnbild deut-scher Erenhaftigkeit, nicht dadurch geschändet werde, daßire Früchte zum Teile von Schweinen verzert werden, — umso weniger, als aus der heil. Schrift selbst der Beweis zuliefern wäre, daß diese unreinen Tiere nicht nur Eicheln,
sondern sogar Perlen zu fressen geneigt seien.*)
Um aber ein für allemal der Versuchung vorzubeugen,mit einem Prodromus wie der des ersten Bandes des Anti-quarius, die Eßlust oder den Unwert gewisser Leute fernerrege zu machen, habe ich mich entschlossen, einen Gewalt-
*) Um, wenn nötig, den Standpunkt völliger Parteilofig-keit, den ich durchweg festzuhalten suchte, auch hierzu bekunden, darf ich nicht unterlassen anzumerken,daß mir crzält worden sei, ein in Innsbruck erscheinendeskatholisches Blatt, der „Tyroler Bote" habe in einer seinerneueren Nummern eine Kritik des „bayerischen Antiqua-rius" gebracht, welche mit unendlichem Ingrimm sich„über die freimaurerischen Tendenzen" desselben herwälzeund das Buch sammt dem Autor mindestens zum Scheiter-haufen verdamme. Da ich das betreffende Blatt nochnicht zu Gesicht bekommen — die Redaktion sei artigstgebeten mich durch gelegentliche Zusendung einer Num-mer zu bedenken — so registrire ich hier einfach, waSich in Erfaruug gebracht habe, und will gern zugeben,daß mich ein solcher kaux pas der tirolischen Literatorengar nicht so ser wundern sollte, da ja nach allgemeiner Er-