Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
336
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Churwahl interessirten Stände, Fürsten sowohl, als Stif-ter, namentlich aber Sachsen und Brandenburg um Be-schützung des Aktes anzugehen. In mehrcrn dieser Schrei-ben waren heftige Ausfalle auf die Absichten der Minder-heit und bittere Spöttereien auf diejenigen enthalten,welche in verhängnißvollen Zcitlagcn dem wichtigsten teut-schen Kirchcnsprcugel einen Knaben zum Beherrscher auf-zudringen gedachten, da doch durchaus ein Mann vonKopf und Muth erfordert würde. Daß weder das öster-reichische Kabinet, noch das baierische Haus darin ver-schont blieben, ließ sich nach den Vorfällen von 1674 undden Versuchen des Grafen Kaunitz, unmittelbar vor derChurwahl, leicht denken.

Die Minderheit sah sich genöthigt, sowohl zu Rettungihrer Ehre, als zu Anfrcchthaltung ihrer Wahl, eine feier-liche Verwahrung dem Druck zu übergeben und Kaisertlnd Pabst um Beistand anzugehen. Die neuen Domherrenerklärten alle die unter dem Stiftsiegel ausgegebenenSchreiben für Akte einer Partei, welche großcntheils ge-gen Ihren ausdrücklichen Widerspruch ausgefertigt wor-den; die Gründe wegen der Unfähigkeit des Prinzen vonVaicrn, namentlich wegen allzu großer Jugend und Un-crfahreuheit (nach empfangenem Indulte des Pabstes) fürunerheblich und unzureichend; die Behauptungen, daß desKaisers Drohungen zu ihrer Wahl sie bestimmt, für un-wahr und ehrenrührisch; im Gcgentheil behaupteten sie,daß jene ihrer Kollegen, welche den Kardinal postulirt,vorher sich ihm eidlich hiezu verpflichtet, somit ihr Stimm-recht verscherzt und ihren Akt an und für sich schon nich-tig gemacht hätten. Nach diesem wurde als ein fernerer,verfassungs- und kirchcnrcchtwidriger Schritt des Koad-jutors angeführt, daß er sämmtlichc Civil-und Militair-Behördcn des Churstiftö zu einem neuen Eid an denjenigen