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postulirt, die Minorität, von neun, jedoch gewählt hatte.Letztere wich durchaus nicht; der Postulirte war WilhelmEgon von Fürstenberg, der Gewählte Prinz Joseph Kle-mens von Baicrn, wie schon bemerkt, noch nicht einmalzur Großjährigkcit gelangt. (') Nach langwierigen, Kit«tcrn und nutzlosen Debatten feierte die Minderheit endlichihren Sieg und verkündigte feierlich Klerus und Volk vonKöln die Ernennung des Kardinals zum Nachfolger Maxi-milian Hcinrich's, empfahlen Beiden Treue und Gehor-sam, dem neuen Fürsten aber Vertrauen in das Kapitelund Milde gegen seine Uuterthanen.
Allein es fehlte viel, daß die Sachen dabei gebliebenwären, vielmehr erhob sich darüber ein hartnäckiger undwcitberüchtigter Handel, welcher abermals die Leidenschaf-ten nach verschiedenen Seiten hin entflammte und verhäng-nißvoll in das öffentliche Leben von Europa eingriff, damachtige Schützer und beredte Federn für beide Thcileauftraten und die Politik sich eines Gegenstandes bemäch-tigte, welcher, seiner eigentlichen Natur nach, ein reinkirchlicher Akt gewesen seyn sollte. Der Kaiser, der Pabst,Frankreich, das Haus Beuern ließen alle Minen springen,um den einen oder andern der beiden Kandidaten durch-zusetzen oder zu verdrängen.
Der Kardinal hatte nicht gesäumt, seine Postnlation,noch ehe die pabstliche Entscheidung eingetroffen, den be-nachbarten Churfürsten und Fürsten, sammtlichen fremdenKabinetten und auch dem Reichökonvent überhaupt, unterdem Siegel des Domstiftcö und durch das Organ des Ll-ccutiateu Holzem mitzutbcilen; sodann Jnnocenz X. umgnädigste Bestätigung und die protestantischen, bei der
(') Zwei Stimmen waren auf den Prinzen L. A. von Neuburgund auf den Grafen von Neckheim gefallen.