Die Churwahl zu Köln im Jahre 1683. — Wilhelmvon Fürstenberg postulirt. — Joseph Klemensvon Baiern als Nebenbuhler. — Neue Lau-s ceivbre.
Unmittelbar nach den für die Seele des verstorbenen Erz-bischofs und Churfürsten gehaltenen Erequicn versammelteder Kardinal und Koadjutor, in der Eigenschaft als De-kan, das Domkapitel, damit ohne Zögern die neue kano-nische Wahl oder die Postnlation des Nachfolgers vor sichgehe. Der 19. Juli ward als Wahltag festgesetzt. Die üb-lichen Vorladungen, zu Bekanntmachung kanonischer Hin-dernisse bei einzelnen Kandidaten, wurden erlassen undan den Kirchcnthüren angeschlagen.
Gleich während dieses Zwischenzellraums begann dieOpposition wider Fürstenberg, welche seit Längerm überZiel und Mittel einig, und auf jeden einzelnen Fall tüch-tig gerüstet, so wie auch durch die inzwischen geschlossenenpolitischen Verbindungen ihrer Stärke völlig bewußt war,ihre Batterien spielen zu lassen. Man redete hin und herim Publikum : der Kardinal und Domdechant sey noth-wendig von jeder Wahl, thätiger sowohl als leidender,und auch von der Postnlation selbst auszuschließen.
Der kaiserliche Gesandte, Gras Kaunitz, mit Vollmach-ten zu dieser Sache bestens versehen, trat sofort mit einerNote auf, welche in der Kapitelversammlung vom 14. Juliverlesen ward. Leopold I. gab zuerst seinen tiefen Schmerz