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trag des Kaisers, die Koadjutorschaft von Lüttich an, fallser die Wahl des Prinzen von Baiern für Köln befördernhelfen wolle; eben so versicherte der Graf, werde manihn, den Kardinal sowohl, als dessen Schwester, dieGräfin Löwenstein und deren Familie, ans jede Weisebegünstigen, auch crsterm einen Weg eröffnen, mit ganzTeutschland sich wieder aussöhnen zu können. Allein solcheAntrage, ohnehin nach dem nymweger Traktat übclklin-gend, waren nicht von der geeigneten Art, um einenMann von so stolzem Sinne, wie Wilhelm Egon, umzu-stimmen und noch weniger für eine fremde Sache zu ge-winnen.
Maximilian Heinrich wurde taglich jedem andern Nathenur um so abgeneigter, je mehr man einen solchen ihmwiederholte. Er sah darin anmaßende Zudringlichkeit undherrische Bevogtung von Seiten der zwei Kabinette. Hin-sichtlich seines eigenen Neffen bemerkte er mehr als einmal:«Dieser Prinz sey ein Knabe; er habe einen Mann zumGchülfen nöthig.« Als der Graf Kaunitz ihn erst noch aufdie ungeheure Schuldenlast des Stiftes aufmerksam zu ma-chen wagte, die niemand, als der reiche Baicr zu bezahlenim Stande sei), brach der Chnrfürst unwillig ab, mit derBemerkung : »Der gute Rath komme zu spat, er könnemit Ehren nicht mehr zurück. Er habe den Kardinal einmalempfohlen; jetzt sey es am Kapitel, ihn zu wählen odernicht.« Es hatten alle, meint der geistreiche Puffendorf,den wirksamsten Grund beizubringen vergessen — das Geld.Allzuspat schickte man, als gescheitere Leute endlich auf-merksam auf diesen Punkt gemacht, nach Brüssel darum :die Kassen daselbst waren leer.
Da der Prinz von Baiern nicht durchzudringen Hoffnunghatte, schmeichelte sich mit glücklicher»! Erfolge der Bischofvon Breslau, ein eitler Herr, voll veralteter Hof-Ideen.