Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
315
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tek wäre, sowohl wegen des Visthnms Straßburg, alswegen der Kardinalswürdc. Vergebens erkläre er : er be-sitze ein teutschcs Herz; ein teutschcs Herz nütze nichts,wenn die Seele französisch geworden. Der Ehurfürst selbstjedoch war durch alle Vorstellungen von der Welt nichtumzustimmen, wie sehr man auch die großen Nachthcileder Kandidatur seines Günstlings zu schildern sich bestrebt.

Bei der Unterredung, welche der Sendling FriedrichWilhelms mit dem bairischen Minister gepflogen, erfuhrer von diesem : schon früher mehrmals habe sein Herr beidem Vetter von Köln wegen Joseph Klemens angebohrt,aber der Name Koadjutor habe jenen stets erschreckt, daer ihn an sein nahes Ende erinnert. Um daher den wun-derlichen Herrn nicht zu beleidigen, habe man über diesenPunkt'stillgeschwiegen, doch immer geglaubt, der Erzbi-schof würde doch wenigstens zu seinem eigenen Hans dienatürliche Neigung tragen, welche ein Verwandter vondem andern ansprechen könne. Nun sey der Fürstenbcrgwie ein listiger Fuchs dazwischen gekommen. Leider habeman die Operationen zu spät begonnen; nun seyen alleAnzeichen für den Kardinal, und falls der Pabst demsel-ben entgegenträte, ein Schisma unter dem kölnischen Kle-rus zu befürchten.

Der Herr von Karg hielt die unvorsichtige und unge-stüme Art, womit der Prinz von der Pfalz den Wahltcr-min bei Mar. Heinrich betrieben, und wodurch er denPrälaten grießgrämisch und ärgerlich gemacht, für keineder geringsten Ursachen des schlimmen Standes der Dingeund schob die Hauptschuld des zu erwartenden Mißlingensder bairischen Bewerbung auf Rechnung dieser unglückse-ligen Ungeduld.

Noch spät versuchte auch der Graf Kaunitz sein Heilund zwar bei Fürstenbcrg selbst. Er trug diesem, in Auf-