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Die Feivde Fnrstcnbergs sprengten im Publikum ans:fast alle Domherren seycn mit diesem entweder verwandt,oder durch Geld und Verheißungen vom Kardinnal unddem Könige bestochen gewesen. Allein der französische Ge-sandte Gravcll leugnete dies beharrlich, und erklärte:daß sein Monarch an Niemanden einen Sons ausgegeben.Gleichwohl fanden sich Leute, welche behaupteten : jedemDomherrn sey auf den Fall eines Nachthcils, in Folgeseiner Stimmung für den Kardinal, sechsfacher Ersatzversprochen worden.
Baicrn und Pfalz widersetzten sich dieser Koadjutorwahlauf das eifrigste; auch der Kaiser nahm der Sache sichan; aber sein Gesandter, Graf Kaunitz, traf zu spat ein,um entgegen wirken zu können. Desto rüstiger wehrte sichder baier'schc. Karg, und arbeitete, so gut er's vermoch-te, für den jungen Prinzen. Der Pfalzgraf hatte seinenältesten Sohn, Johann Wilhelm, uach Köln geschickt,um eine Unterredung mit dem Churfürsten zu begehren;allein sie ward, unter dem Vorwand der Bcttlägerigkeitdes alten Herrn, wie es scheint, durch Fürstenberg hin-tertrieben. Der Prinz von der Pfalz gab daher blos dieErklärung : falls Baiern ein Mitglied seines Hauses an-tragen sollte, würde sein Bruder zurückstehen.
Nun brachte man auch den Pabst in das Spiel; dieserrieth von Fürstenberg ab. Eben so der Ehurfürst vonBrandenburg, welcher den Arnold Wachtendone eigensuach Köln beorderte, um die Domherren gegen den Kar-dinal zu stimmen. Es wurde zu denselben viel von derGefahr Teutschlands, und besonders des Unterrhcins,und von dem Umstände gesprochen, daß, im Falle derWahl Fürstenberg's, diese Gegenden so gut als französischwerden würden. Weltbekannt sey es, daß Wilhelm Egondem Könige blindlings ergeben und auch vielfach verpflich-